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Über den Hunsrück

Sinsheim - Veitsrodt

7. Oktober 2007

Wir erwachen gut ausgeschlafen in unserem schönen Zimmer im Hotel Sinsheim, direkt neben dem Technikmuseum. Während wir uns gemütlich aus dem Bett räkeln, ist Albi schon fleissig am Einbauen von Edgars Bremsschalter. Der Bremsschalter ist am gestrigen Abendbuffet im wunderbar sauren Tafelessig chemisch renoviert worden.
Alle finden sich am reichhaltigen Frühstücksbuffet wieder. Es fällt uns schwer, eine Auswahl zu treffen. Sollen wir von den vorbereiteten aufgeschichteten Spiegeleiern nehmen oder doch zuerst Lachs? Es hätte da auch noch verschiedene „xunde“ Sachen (z. Bsp. gedörrte Aprikosen). Tja, wer die Wahl hat...

Wir geniessen die verschiedenen feinen Sachen mit Albi und Vreni am Tisch und besprechen was wir heute Morgen im Museum anschauen wollen. Da wir schon einmal das Vergnügen hatten diese riesige Sammlung anzuschauen und das in der uns zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich sein wird, entschliessen wir uns, das 3D-IMAX Kino zu besuchen für welches wir auch ein Billet erhalten haben. Dazu hatten wir noch nie die Gelegenheit gehabt, also packen wir die Gunst der Stunde.

Nachdem wir unser Zimmer geräumt an der Reception bezahlt und den Qualitätssicherungszettel ausgefüllt und abgegeben haben, noch schnell die Dekoration fotografieren. Nein nicht etwa ein wunderschönes Blumenbouquet, wer schenkt dem schon Beachtung, sondern ein sensationelles Wrack eines Flügeltüren-Mercedes im absolut trendigen schnörkellosen Rostlook. Hier kann man den Gitterrohrrahmen studieren, der diesen Rennwagen zum Gewinner machte. Alle Rohre dieses Fahrgestells sind entweder auf Zug oder auf Druck belastet und kein einziges auf Biegung.
Mercedes Flügeltürer oder was nach einem Brand davon übrig bleibt
Nachdem alle unsere Sachen im Kofferraum oder auf den Hintersitzen unserer Traction verstaut und eingeschlossen sind, begeben wir uns zum Eingang des Museums einige Schritte neben dem Hotel. Im 3D IMAX Kino erhalten wir eine äusserst elegante, total flippige 3D Brille.
Gott sei Dank überleben wir die super realistische Dinosaurier Vorschau. Im Film „Space Station“ können wir zuerst dem Start einer Rakete beiwohnen. Oh, da kommt ein Stein geflogen...Klirr unsere Brillengläser sind alle zerbrochen, ja natürlich nur im Film. Wir spüren plötzlich eine Art Schwerelosigkeit und wähnen uns voll im All beim Aufbau der Raumstation ISS. Das ist ausserordentlich realistisch, sehr eindrücklich und interessant.

Unser anschliessender Rundgang durchs Museum führt uns in die Wirklichkeit zurück zu den Formel 1 Boliden. Wir schlendern weiter an den Autos vorbei und plötzlich ertönt eine grosse Orgel. Agi und Dani sind natürlich nicht weit…
Kaum sind die letzten Orgeltöne verklungen, hören wir eine gewaltige, schwer pustende Maschine, eine riesige Dampflokomotive in Bewegung. Wer steht denn da mit einem riesigen Smilyface vor diesem Ungetüm?? Richtig! Das muss Wädi sein.

Nach einer kurzen Zwischen- verpflegung an der Sonne vor dem Selbstbedienungs- restaurant sammeln sich langsam alle wieder zum

Etwas unstrukturiert aber spektakulär - die Sammlungen des Technikmuseums

Rückzug zum Parkplatz desHotels wo alle Tractions voll bepackt und aufgetankt auf uns warten. Ruedi trommelt alle zum Briefing zusammen, das wie gewohnt vor den startklaren Autos stattfindet. Alle Köpfe stecken über den Karten um mindestens die grobe Richtung zu finden, es werden noch Tipps zum Einstellen der Navigationsgeräte zum Besten gegeben (ob das was bringt?). Wir beschliessen, dass wir verschiedene Untergruppen bilden, je ein Auto mit einem Navigationsgerät mit zwei, drei Kartenlesefahrern im Schlepptau ---- oder umgekehrt?
Auf alle Fälle ab zum Blitzstart. Ruedi und Fritz sind die schnellsten und wir können ihnen bald (so nach der zweiten Kurve) nicht mehr folgen. Der Konvoi von nun noch 10 Autos schafft es natürlich nicht, zusammen zu bleiben und so beginnt die Sternfahrt.

Die Kolonne wird nach und nach dezimiert. Wir versuchen das Ballungsgebiet von Ludwigshafen und Mannheim westlich zu umfahren. Wir passieren Worms, ich kann den Dom noch aus dem Seitenfenster fotografieren kurz nachdem wir die Nibelungenbrücke über den Rhein passiert haben. Nach einem kurzen Halt zur weitern Beratung der Route fahren die verbleibenden Fahrzeuge entlang der Deutschen Weinstrasse (Bundesstrasse 271) Richtung Norden. In allen Dörfern werden Weinfeste abgehalten, so dass die Durchfahrt jeweils problematisch ist und wir schlecht vorankommen. Eine Umleitung wegen eines scheinbar unpassierbaren Bahnüberganges in Monsheim lassen uns einen Ausflug in die Weinberge machen. Schliesslich wäre alles nicht nötig gewesen, wir haben nur das komplexe Umleitungsschild falsch interpretiert. Durch ein Telefon mit unserem Reiseleiter Ruedi erfahren wir, dass am nächsten Treffpunkt in Albisheim alle Restaurants geschlossen seien. Wir lassen darum diesen Treffpunkt aus und versuchen über die Autobahn etwas schneller vorwärts zu kommen.

Zuerst haben jedoch alle Durst und ein Marschhalt ist unumgänglich. Wir stoppen darum in Dahlsheim wo wir von einem Dorfverein, der beim Bürgerhaus gerade ein Weinfest vorbereitet, freundlich empfangen werden. Wir setzen uns an einen Tisch und probieren den Sauser. Es gibt hier nicht nur roten, sondern auch rosé und weissen Sauser, der hier „Federweisser“ genannt wird. Dazu gibt es Dauerwürste und Bretzen. Wir entspannen uns und geniessen die Köstlichkeiten in der Sonne, während wir fachkundig über das Dorf aufgeklärt werden. Kurz vor uns war offenbar auch Wladimir Putin hier.

Die Motoren werden wieder gestartet und ab der nächsten Autobahnauffahrt geht es in zügigem Tempo vorbei an Alzey, um Bad Kreuznach herum und dann Richtung Westen nach Idar-Oberstein. Bei der Einfahrt in den Ort sehen wir hoch oben eine Kirche, die komplett in eine Felswand eingebaut ist, ein Wahrzeichen von Idar-Oberstein. Ein Wegweiser führt uns direkt zu einem Edelsteinmuseum, nur merken wir erst später, dass dies das falsche Museum ist. Ruedi wartet bereits auf der Treppe des richtigen Museums (Deutsches Edelsteinmuseum), er scheint der Verzweiflung nahe, weil die Kustodin das Museum für uns schon über eine Stunde länger offen hält!
Schale aus einem einzigen Stein geschliffen

Das Museum ist aber dennoch sehenswert. Ich bin ausserordentlich erstaunt, dass in diesem abgelegenen Städtchen Edelsteine aus der ganzen Welt geschliffen und bearbeitet werden. Die Ausstellung ist überwältigend. Ich habe noch nie so viele Edel- und Halbedelsteine so detailliert ausgestellt und informativ beschriftet vorgefunden. Hier liegen Steine jeglicher Farbschattierung und jeder Preisklasse; von Uhrenrubinen bis zu Kronjuwelen (allerdings nur als Kopie). Interessant sind auch die verschiedenen Bearbeitungsmethoden (z.B. Herstellung von Gemmen aus Achat) der Halbedelsteine. Das Museum ist sicher gut für einen zweiten Besuch, für welchen ein bisschen mehr Zeit eingesetzt werden muss.

Wir verabschieden uns von der freundlichen Museumsführerin und fahren aus dem engen Tal auf die Höhen des Hunsrücks nach Veitsrodt, wo wir im Hotel Sonnenhof unsere Zimmer für die Nacht bezogen.

Gemütlich an zwei runden Tischen geniessen wir ein tolles Nachtessen. Unterhalten werden wir von Dani Eberli mit seiner Drehorgel. Nach und nach ziehen sich die müden Köpfe zurück um am Kopfkissen zu lauschen.

Patricia und Hans Georg Koch

Zum Bericht vom 8. Oktober

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