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Eine Nordhollandrundfahrt

12. Oktober 2007

Holland aus dem Bilderbuch - sehr flach, viel Wasser und überall Windmühlen
Nach unserer zweiten Übernachtung und dem Frühstück im Lakelandhotel konnten wir schon um 09.00 Uhr Karel Beukema in Monnickendam begrüssen. Karel, der Präsident des Holländischen Tractionclubs, hat sich heute als Reiseleiter für eine Rundfahrt durch Nord-Holland angeboten.

Da es für Annemarie Schmid noch wichtigere Dinge als Tractions gibt, mussten wir uns vorzeitig von einem Mitglied der Reisegruppe verabschieden. Annemarie reist nach dem Motto „der Kluge reist im Zuge, der Klügere nimmt die Flügere“ mit den ÖV (Bahn und Flugzeug) nach Zürich zurück.

Kurz vor halbzehn starten elf Tractions, angeführt vom Flaggeschiff, Karels Six 15 H, zum ersten Teil der Rundfahrt. Wädi darf als „Trösterli“ über den temporären Verlust seiner Begleiterin bei Karel mitfahren. Stockers fahren heute bei Kochs mit, ihre Limousine bleibt als Gesellschafterin bei Wädis „Fröschli“ in Monnickendam.Im ersten Teil fahren wir, von Karel mit einer perfekten Wegbeschreibung in Papierform ausgerüstet vom Markermeer quer durch das "Waterland" an die Nordseeküste. Die Route führt über Nebenstrassen durch typisch holländische Idylle. Via Purmerend über Wormer gelangen wir durch das vom Wasser des Zaanflusses mit vielen Seitenarmen und Nebenflüssen geprägten „Waterland“, nach Kormmenie. Durch das stark von Industrie beherrschte Gebiet geht unsere Fahrt nach IJmuiden an der Nordküste, wo wir im gleichnamigen Restaurant zu Kaffee mit Apfelkuchen erwartet werden.

Der holländische Tractionist Karel Beukema führte und durch seine Heimat
Mit Meeressicht geniessen wir die Zwischenverpflegung aus dem Inneren des Restaurants. Direkt an der Küste werden zurzeit Windturbinen zur Energiegewinnung aufgestellt, wofür wir beim herrschenden Wind Verständnis haben. Nach der Stärkung fahren wir über die Schleusen via Beverwijk und Heemskerk nach Kormmenie zurück. Karel führt uns über Deichstrassen, an Windmühlen und stattlichen Bauernhöfen und herzigen Dörfern vorbei quer durchs Land an das Markermeer zurück, nach Enkhuizen. Mit einer kleinen Personenfähre setzen wir in einer kurzen Fahrt ins Zuiderzeemuseeum über.
Montageplatz für Windkraftwerke
 
Das Zuiderzeemuseum, kann als holländischer Ballenberg in einem etwas kompakteren Kleinformat als Dörfchen, bezeichnet werden. Das frühere Landleben wird eindrücklich und liebvoll dargestellt. Der Fischfang und die damit verbundenen Arbeiten stossen bei uns auf besonders Interesse. Die Kalkgewinnung aus den Muscheln des Meeres ist für uns Alpenländer ebenfalls wenig bekannt.An einem gemütlichen und eindrücklichen Nachmittag vergeht die Zeit viel zu schnell. Die letzten rund 40 Kilometer zurück zum Hotel führen uns über die Küstenstrasse. Im Gegenlicht der versinkenden Sonne kommt so richtige Ferienstimmung auf.
Im Zuiderse-Freilichtmuseum
Nach der rund 170 Kilometer langen, sehr vielseitigen und wunderschönen Rundfahrt treffen wir unfall- und pannenfrei in Monnickendam ein.Hier erwartet uns unser spezieller Hoteldirektor Mart Leek. Er hat uns zum Nachtessen ins Hotel seiner Lebenspartnerin eingeladen. Zufällig stehen dort ein paar originelle Vehikel von gestern oder so..., auf die wir bei dieser Gelegenheit auch noch einen kleinen Blick werfen können! Mit einem seiner am Leben erhaltenen Bussen fährt uns unser Gastgeber nach De Rijp in Hotel de Rijper Eilanden wo wir von Lucy Ulrich, der innovativen Geschäftsfrau mit einem Apéro empfangen werden.
Das Hotel de Rijper gehört einer von ihr ins Leben gerufenen Stiftung und soll Begegnungsort zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen ermöglichen. Alle Zimmer und Bäder sind rollstuhlgängig gebaut. Der öffentliche Teil ist auch barrierenfrei und bietet viel Bewegungsraum. Im Speisesaal wurden wir an einem Buffet mit typisch holländischen Gerichten verwöhnt. Zu unserer grossen Überraschung war das Essen von Mart und Lucy offeriert. Nach dem Hauptgang und Dessert war ein Rundgang über den Parkplatz und durch Garage für Tractionisten Pflicht! Über 20 Fahrzeuge konnten bestaunt, besichtigt und berührt werden. Zu später Stunde verabschiedeten wir uns mit besten Dank von unserem Tagesbegleiter Karel Beukema und liessen uns für die Rückfahrt nach Monnickendam im Autobus nieder. Mart bog plötzlich in eine kleinere Strasse ein und hielt nach einigen Kilometern vor einem alten Industriegebäude an um uns eine Überraschung zu zeigen. Im Schuppen steht nicht nur der angekündigte C4, in der hintersten Ecke wartet ein Rosalie Leichenwagen Jg. 34 auf Bewegung, es muss ja nicht immer eine Dienstfahrt sein. Im vorderen Teil der Halle steht der dritte Wagen aus dem Hause Citroën, ein nicht ganz schön restaurierter SM.
Einer von über 100 Bussen in der Sammlung von Mart Leek

So dauerte der kleine Halt wieder fast 30 Minuten was nicht mehr ganz alle wartenden Begleiterinnen begeisterte!

Auf einen langen Tag der Hollandreise, der uns erst kurz nach Mitternacht wieder ins Hotel bringt, folgt eine kurze Nacht in der noch viele Eindrücke zu verarbeiten sind.
Ganz herzlichen Dank an Karel Beukema für seine sehr gut vorbereitete Rundfahrt und an Mart Leek und Lucy Ulrich für den kulturell und kulinarischüberraschungsvollen Abend!

Maria u Ernst Mühlheim

Zum Bericht vom 13. Oktober

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