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Da waren’s nur noch acht!

13. Oktober 2007 - zurück nach Deutschland

Regatta historischer Segeljachten

Wir haben für heute keinen Wecker gestellt, verlassen uns auf die schlitzäugigen Mitbewohner, die aber an diesem Morgen kein Check-out hatten. Die Koffer wurden nicht durch den Gang gezogen, keine schrillen Stimmen, es blieb ruhig. Um 07.10 Uhr erwachten wir.

Packen ist nach drei Tagen im selben Hotel, dem Lakeside, angesagt. Doch was müssen wir einpacken, damit wir am Abend das richtige Gepäck für den Reisezug mit den Couchettes haben?

Beim Auto, fanden sich wie jeden Morgen viele Koreaner, Japaner, Chinesen oder was es auch immer waren – wir wissen es noch immer nicht – ein, um unsere „Oldies“ zu bestaunen und natürlich zu fotografieren. Eine junge Dame, sie sprach kein Englisch, wollte auf die Motorhaube meines „light fifteen“ sitzen, um ein Foto zu machen. Ich winkte ab, musste dafür neben ihr Modell stehen, mit dem Oldie, versteht sich. So langsam kommt einer nach dem anderen der stolzen Citroën Besitzer aus dem Hotel, prüft den Ölstand, reinigt die Windschutzscheibe oder fährt noch schnell zum Tanken.

Briefing ist wie jeden Morgen auch heute nach dem Frühstück um 09.00 Uhr angesagt. Es gilt, Abschied von Hanspeter Rubitschon, Ruedi Jutz, den Eberlis, den Mühlheims und Kochs zu nehmen. Sie reisen auf eigenen Rädern heim, während wir anderen acht Autos über den Deich am Ijsselmeer via Lelystad Richtung Hildesheim aufbrechen, um mit dem Autoreisezug nach Lörrach zu reisen. Abfahrt im Lakeside Hotel um 09.20 Uhr, ca 500 km liegen vor uns! Kaum auf dem Deich angelangt, erster Halt. Die Kameras gezückt, um die Regatta oder gemeinsame Ausfahrt von gegen 50 alten Segelschiffen zu fotografieren und sich am herrlichen Anblick des Ijsselmeeres zu erfreuen.
Wie der Rapperswiler Seedamm - aber 35 km lang!
Das Wetter ist auch heute wieder wie aus dem Bilderbuch, traumhaft! Weiter fahren wir auf den Deich – ins Meer raus, ins Nichts. Eine faszinierende Fahrt, bis wir nach 28 km auf dem Meer endlich den hohen Turm von Lelystad erblicken, dann die Yachten, Häuser und weiter ging’s nach Osten.

Nächster Treffpunkt Kampen. Wir sind alle zusammen, müssen nicht aufeinander warten. Kamper ist ein pittoreskes Städtchen. Kaffeehalt im Fischrestaurant! Zum Kaffee gibts Aalsandwiches für die, dies mögen. Kurz vor der Deutschen Grenze noch in Holland, wo das Benzin fast unverschämt teuer ist, werden die Tractions „gefüttert“. Auch wir nehmen einen Snack zu uns, um den Seelenfrieden wieder herzustellen. Die Fahrt ist lang, doch wir kommen gut voran, fast immer sind wir 8 Oldies hintereinander. Doch plötzlich sind wir falsch, und unser Guide verschwunden. Da waren’s nur noch sieben! Doch Navy sei Dank, auch Ruedi ist falsch gefahren. Wir treffen uns einige Kilometer später wieder und die Fahrt nach Hildesheim verläuft ohne weitere Zwischenfälle.

Im Restaurant Knochenhauers Amtshaus genossen wir ein feines Nachtessen mit viel Bier und Wein. Jutta, unserere aufgestellten Servicedame, verkürzte uns die Zeit bis zum Einchecken mit Sprüchen wie: Frauen sind am Tage eine Plage und in der Nacht eine Pracht. Wir haben uns bei ihr gut amüsiert und uns wohl gefühlt.

In Kampen - eines der drei noch erhaltenen Stadttore
Zurück am Bahnhof, müssen die Beifahrer mit dem Gepäck zurück bleiben und die Fahrer fahren mit den Autos auf einen bereitgestellten Wagen für 10 Fahrzeuge. Wädi und Werni müssen leider bis morgen Abend warten – sie werden gebührend verabschiedet.
Da waren’s nur noch sechs.
Abschlussessen der "Autozug-Gruppe" im Knochenhauerhaus zu Hildesheim

Die Nacht im Couchette ist wie erwartet nicht erholsam, dementsprechend begegnen wir uns am nächsten Morgen wieder – wake-up-call um 06.05 Uhr mit der fröhlichen Botschaft, dass wir bereits 50 Minuten Verspätung haben. Endlich in Lörrach eingetroffen, dauert es eine Ewigkeit, bis wir die Tractions endlich aus ihrer misslichen Lage auf dem Autozug befreien und unsere Beifahrerinnen aufladen dürfen. Zuvor allerdings heisst es noch Abschied nehmen. Es war ein toller Ausflug, eine schöne Woche.

Wir möchten es nicht versäumen, uns an dieser Stelle bei Ruedi Weber ganz herzlich zu bedanken für die Organisation dieser aussergewöhnlichen, schönen, unterhaltsamen Reise. Das Schlussbukett à la „Patrouille Suisse“: verteilt in alle Richtungen! Da waren alle fort!

Rosita und Martin Noser

Zum Bericht vom 14. Oktober

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