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Ökostrom aus der kleinen Emme

Regula Huwyler

Nachdem wir uns für den diesjährigen Ausflug der Region Süd bereits wieder abgemeldet hatten, da unsere „Reine de la Route“ für die neue Saison noch nicht wieder gerichtet war , überzeugte uns Edgar Stocker, der Organisator dieses Anlasses, dass wir auch ohne Traction herzlich willkommen seien.



So erreichten wir, bei allerdings nicht sehr vorteilhaftem Wetter, den Treffpunkt bei der Steiner Energie in Malters. Nichtsdestotrotz genossen wir die angebotenen Gipfeli zu Kaffee oder Tee. Allmählich reihte sich Traction an Traction.



Es wurde angeregt geplaudert und ausgetauscht, wie wir es in Traction-Kreisen immer wieder erleben und geniessen und jedermann fühlte sich „pudelwohl“.

Da die Zufahrt zum Kraftwerk für Autos gesperrt ist, wollte Edgar für uns einen Passierschein holen, damit ich mit dem Rollstuhl nicht im Regen zum Kleinwasserkraftwerk rollen müsste. Zurück kam der Organisator mit der Meldung, dass ausnahmsweise alle mit Motorkraft mitrollen dürften – einfach mit möglichst vielen Passagieren pro Traction.

Überblick über das Kraftwerk in der kleinen Emme mit Holzrückhaltebecken etc.

Nach einem Unwetter im Jahre 2005 mit riesiger Schadenfolge durch das Hochwasser der kleinen Emme wurde beschlossen, ein grosses Rückhaltebecken zu bauen und dieses zusätzliche zum Betrieb eines Kleinkraftwerkes zu nutzen. Nach längerer Planungs- und Bauzeit konnte das Werk im Mai 2011 eröffnet werden.



Während wir im Innern des Werkes gespannt den Ausführungen eines Kraftwerkvertreters lauschten und sehr viel Wissenswertes über dieses modernste Wasserkraftwerk erfuhren, klarte das Wetter auf und wir konnten das Wunderwerk der Technik auch im Freien begutachten

Die Fischtreppe

Dabei sahen wir eine grosse und eine kleine Schleuse welche bei bei vermehrtem Wasserdurchlauf nötig sind. Riesigen Stahlrechen dienen zum Abfangen der anfallenden enormen Treibholzmengen, wenn die idyllische Emme bei großen Gewittern dramatisch anschwillt. Ob dies, wie im ETH-Laborversuch mit Streichhölzern im kleinen Massstab erprobt, auch in der Praxis funktioniert, steht trotz Sicherheitsbestätigung in den Sternen, da sich seit Inbetriebnahme noch kein grösseres Unwetter ereignet haben.

Bei wunderschönem Sonnenschein und etwas weniger strahlenden Karosserien ging die Reise weiter.

In bekannter, gern gesehener Oldtimer-Kolonne - zuvorderster unsere geliebten Traction Avants, gefolgt DS und 2CV und weiteren schon fast Old-, aber bereits Youngtimer der Marke Citroën - verlassen wir Malters. Auf der Luzernerstrasse geht es über Land und weiter durch das schon fast städtische Kriens, dann durch den Wald und schliesslich den Berg hinauf wo wir wir das Restaurant Schwendelberg, hoch über dem Vierwaldstättersee erreichen.

Schnell sind die Autos in Reih und Glied parkiert , die letzte „Steigung“ zum Restaurant bezwungen und bald wir stossen mit dem Präsidenten auf die Organisatoren und die uns geschenkte Führung durchs Kraftwerk an, dank derer wir nun in den Genuss eines feinen Apéros kommen.

Ob Hackbraten nach Grossmutters Rezept oder Spätzlipfanne mit Gemüse – wir alle kamen auf unsere Kosten und es musste sicher niemand hungrig vom Tisch.



Es war einmal mehr ein grossartiger Tag im Kreise von gern gesehenen Freunden. Ein kleines Dankeschön schicken wir an Petrus, der schlussendlich ein Einsehen hatte und die Sonne für uns scheinen liess. Und dank Petrus' morgendlichem Regenguss "verpassten" wir den Fussmarsch zum Kraftwerk und zurück und genossen umso mehr die gewonnene halbe Stunde für den unvorhergesehenen Apéro. Der eigentliche Dank für diesen Tag aber gebührt den Organisatoren der Region Süd – es war wunderschön – wir kommen wieder!

Text: die Huwylers/ Fotos: Udo Kenkel und Regula Huwyler

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