Home Galerie Berichte Inserate Shop Anlässe Links Bibliothek Feedback Club

Biotronik - excellence for life

Ausfahrt der Region Nord 2014 mit Besuch der Firma Biotronik
16. August 2015

Bericht: Werner Zimmermann

Bülach
Im Industriegebiet von Bülach

Kaffeeundgipfeliambesammlungsortwieimmer; diesmal aber mit einer Ausnahme: Die Firma Biotronik, die wir besichtigen dürfen, bzw. deren Produkte und Produkteherstellung wir erklärt bekommen sollen, hat unser obligates „Beginner-Zmörgeli“ kurzerhand übernommen. Hier schon mal einen herzlichen Dank!

Kaffee und Gipfeli CTAC
Kaffee und Gipfeli spendiert von Biotronik

Wir kennen es alle: In Wasserleitungen von Häusern, oder auch solchen, die im Boden verlegt sind, entstehen mit den Jahren innenseitig Ablagerungen jeglicher Art, die den Durchfluss beeinträchtigen, ja im schlechtesten Fall bis zum Verschluss führen können. Im Inneren eines jeden Menschen ist dies nicht viel anders, ausser dass die „Rohre“ hochsensible Blutbahnen wie Arterien, Venen und andere Blutgefässe sind, und die zu transportierende Flüssigkeit nicht Wasser, sondern eben Blut ist. Der „kleine“ Unterschied ist der, dass defekte Wasserleitungen Überschwemmungen auslösen können, hingegen defekte Blutbahnen beim Menschen schwerwiegende gesundheitliche Schäden auslösen, bzw. bis zum Tod führen können.

Biotronik
Im Inneren der Firma Biotronik

Und hier setzen die Produkte der Firma Biotronik in Bülach/ZH ein. Biotronik hat eine Mission:

LEBEN RETTEN UND DIE LEBENSQUALITÄT VON PATIENTEN UND ANGEHÖRIGEN VERBESSERN.

Was 1963 im heutigen Mutterhaus in Berlin mit dem ersten Herzschrittmacher begann, hat sich bis heute folgendermassen entwickelt:

  • Herzrhythmusmanagement (u.a. Herzschrittmacher und Defibrilatoren), Forschung & Entwicklung und Produktion befinden sich in Berlin und teilweise in Oregon, USA
  • Produkte der Vaskulären Intervention (Führungsdrähte, Ballonkatheter, Fürungskatheter) werden in Bülach entworfen und hergestellt.

Die Firma Biotronik hat sich zum Ziel gesetzt, hochmedizinaltechnische Geräte zu entwickeln, zu konstruieren und zu bauen, damit Ärzte ihren Patienten nachhaltig helfen, bzw. sie von ihren Leiden befreien können; und dies mit 5600 Mitarbeitern in über 100 Ländern. Allein in Bülach beschäftigt Biotronik fast 1000 Mitarbeiter.

Noldi Lienhart
Noldi Lienhart

Die vierköpfige Führungs-Crew unter der Leitung von CTAC-Mitglied und Chef Infrastruktur der Firma Biotronik, Noldi Lienhart, hat ganze Arbeit geleistet:
Selbstverständlich konnten wir aus Hygienegründen nicht alle Räume und Produktionsstätten besuchen, aber dadurch, dass viele Räume unter sich durch Glaswände abgetrennt sind, waren grosse und eindrucksvolle Einblicke möglich. Im Gegensatz zu einer „normalen“ Produktionsfirma hat die Firma Biotronik sich mit Begriffen wie steril, keimfrei, sauber, partikelfrei und rein zu befassen, was für die Firmeninfrastruktur enorme Grössen und Ausmasse erfordert. Hier nur ein paar Beispiele:

Es gibt insgesamt drei Technikzentralen. In denen sind unterebracht:

  • eine Luftreinigungsanlage,
  • eine Kälteanlage um die Luft zu entfeuchten und zu kühlen,
  • eine Gas-Sterilisationsanlage mit drei Stationen: der Vorkonditionierung für die richtige Feuchte und Temperatur, der eigentliche Sterilisator, in dem mit über drei bar Druck die Produkte sterilisiert werden, sowie der Auslüftung, in der das Gas den Produkten wieder entzogen wird,
  • einen Katalysator für den Abbau des Sterilisations-Gases,
  • einen Hochdruckkompressor, welcher 43 (!) bar erzeugt, notwendig für die Ballonherstellung,
  • eine Reinwasseraufbereitung (Osmosewasser)
  • eine Abluftreinigungsanlage (um das anfallende Chloroform zu entziehen),
  • und noch vieles, vieles mehr.

Am meisten beeindruckt hat mich natürlich die Eins-zu-Eins-Vorführung des Öffnens einer Verengung einer Blutbahn in einem Herzen, und das Einsetzen eines Stents. Da sich kein CTAC-Mitglied als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen wollte, griff man zum eigens dafür nachgebauten menschlichen (Teil-)Körper im Massstab 1:1 und völlig aus Glas:
Herzmodell
Herzmodell

Zuerst wird oben auf der Innenseite des Oberschenkels ein Führungskatheter in die Arterie eingeführt, welcher bis zum Herzen gelangt. Durchmesser aussen ca. 2 mm, innen 0,9 mm. Anschliessend folgt durch den Führungskatheter ein Führungsdraht, der bis über die Verengung des Herzgefässes reicht. Über den Führungsdraht folgt nun der Ballonkatheter, Durchmesser 0.85 mm. In diesem Ballonkatheter befinden sich bis zu drei (!) weitere Röhrchen, um einen Stahldraht, Wasser, und bei Bedarf ein Medikament zum Herzen zu führen. (Ich überlasse das berechnen der Durchmesser der drei Röhrchen innerhalb dieser 0.85 mm gerne dem Leser…). Hat der der Länge nach dreifach gefaltete Ballon (Grösse 2 bis 5 mm Durchmesser und 8 bis 30 mm Länge) die Verengung erreicht, wird er mittels einer Handpumpe, angeschlossen am Ende des Ballonkatheters, mit Wasser "aufgeblasen". Die Ablagerungen, welche für die Verengung verantwortlich sind, werden so an die Innenwand des Blutgefässes gedrückt, um somit den Durchfluss des Blutes wieder vollständig zu ermöglichen. Zum Schluss wird an der gewesenen Verengung ein Stent eingepflanzt, damit sich die geöffnete Stelle nicht wieder verschliessen kann. Ein Stent besteht aus hochwertigem Stahl, aus einer Kobalt-Chrom-Legierung, und ist eigentlich ein „Gitter-Röhrchen“, welches, nach Erreichen des Ortes der korrigierten Verengung, mechanisch auseinander- bzw. aufgedrückt wird, um dem pulsierenden Blut den Weg nachhaltig wieder freizugeben. HighTech in Reinkultur!

Ueber Land mit CTAC
Mit dem CTAC über Land

Es war nicht nur die leichte Bewölkung, welche mir auf der kommenden Fahrt in den Aargau meinen Blick leicht verschleierte, vielmehr studierte ich der geballten Ladung von HighTech-Informationen nach, welche ich in Bülach verpasst bekommen hatte. Verdaut ist noch lange nicht alles!

Das OK hat für die Weiterfahrt wieder mal malerische und abgelegene Strassen gefunden, zuerst durch den Rest des Zürcher Unterlandes, dann kreuz und quer, vor allem quer, auf und ab, durch den nördlichsten Teil des Kantons Aargau, bis auf den, politisch zur Gemeinde Zurzach gehörenden Weiler Acheberg, mit dem gleichnamigen Restaurant: Spätesmittagessenwieimmer.

Restaurant Aschenberg
Im Restaurand Aschberg bei Zurzach

Den Organisatoren, der Biotronik-Crew, sowie allen weiteren Helfern, welche zum Gelingen dieses Sonntages beitrugen, sei ganz herzlich gedankt!

Bilder zu den im Bericht erwähnten Biotronik-Produktionsanlagen

 

Weitere Bilder findet man im Album