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 40 Jahre CTAC – Treffen im Appenzellerland 18.-19.6.2016

Text: Daniel Löhrer    Fotos: Rudolf Weber

Samstag 18.6.16

Tracation Avants in Wasserauen

Bei wolkenverhangenem Himmel und zeitweisem Regen (letzterer sollte uns während des gesamten Anlasses treu begleiten) treffen die Tractions ab ca. 13.00 Uhr mit ihren Insassen nach und nach beim Bahndepot Wasserauen ein. Die Traction-Kolonne auf der Strasse neben dem Parkplatz wird länger und länger. Die Teilnehmer, bereits in angeregte Gespräche verwickelt, verschieben sich nach und nach ins Depot des Vereins historischer Appenzeller Bahnen. Dort gibt es nach der Begrüssung durch die Treffenorganisatoren ein Apéro riche mit verschiedenen Sorten von feinen Sandwiches, Weisswein (Fendant), „Quöllfrisch“-Bier, (Apfel-)Saft und Mineralwasser. Wir haben genügend Zeit für Gespräche und für die Besichtigung des im Depot ausgestellten, historischen Wagenmaterials. U.a. kann ein grüner 1. Klasse – Wagen (Baujahr 1904) bewundert werden.

Dieseltriebwagen der Appenzellerbahn

Pünktlich um 14.55 fahren wir mit unserm historischen Zug ab, gezogen von einer dieselelektrischen Lok. Vor der Abfahrt können wir das Starten des imposanten Dieselmotors der Lok mitverfolgen, dessen mechanische Energie durch einen Generator in elektrische, bzw. in Fahrstrom, umgewandelt wird (die technisch Versierten unter euch mögen mir die laienhafte Ausdrucksweise verzeihen). Die Strecke führt über Wasserauen- Weissbach – Appenzell – Gonten – Jakobsbad – zurück nach Wasserauen, und die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden.

Appenzell

Gemächlich zuckeln wir durchs schöne Appenzellerland, immer wieder unterbrochen durch Halte (um fahrplanmässig verkehrende Gegenzüge durchzulassen). Leider verschlechtert sich das Wetter zusehends. Es beginnt z.T. heftig zu regnen, manchmal sogar vermischt mit Hagel. Während des Treffens werden wir übrigens von einer Drohne begleitet. Es ist unser Clubmitglied Peter Weber, der mit diesem Gerät unser Treffen visuell dokumentiert.

Appenzellerland
Ab 17.00 Uhr fahren wir dann in kleinen Gruppen und z.T. unter heftigen Regengüssen nach Walzenhausen am Bodensee. Mit Hilfe der Wegbeschreibung, die wir erhalten haben, ist das Hotel Swiss Dream in Walzenhausen leicht zu finden. Die Parkplätze beim Hotel sind z.T. etwas schmal (Typ „Schuhlöffel“). Nach dem Einchecken geht’s Schlag auf Schlag weiter. Apéro und anschliessend ein feines Nachtessen im schönen, würdevollen Speisesaal (mit Stuckdecke) des Swiss Dream.

Galadinner Hotel WalzenhausenWährend des Essens werden wir durch die HGH Showband begleitet (zuerst als Duo später als Trio). Das Essen ist hervorragend, die Gespräche links und rechts sind angeregt, und so vergeht die Zeit wie im Fluge. Am Schluss spielt die Band noch zum Tanz auf. Die Organisatoren haben wirklich ganze Arbeit geleistet.

Sonntag 19.6.2016

Der neue Tag begrüsst uns wieder grau und regnerisch (Landregen). Vom Hotelzimmer aus müsste man eigentlich den Bodensee sehen. Der entzieht sich den Blicken aber hinter einem grauen Schleier. Pünktlich um 09.00 Uhr starten wir. Unser Ziel ist das Rolls Royce-Museum in Dornbirn. Wir fahren wieder in kleineren Gruppen. Das Museum befindet sich in einer alten, mehrstöckigen Industriebaute.

Rolls Royce Museum DornbirnDicht gedrängt stehen die Nobelkarossen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss. Im 2. Obergeschoss befinden sich viele Vitrinen mit Rolls Royce – Zubehör aller Art (Scheinwerfer, verschiedene Varianten der „Emily“, etc.) und eine Verpflegungsstelle mit Tischen und Stühlen. Der Schwerpunkt der Führung findet im 1. Stock statt, wo sich nach Angabe unseres Guide, Herrn Franz Vonier, Begründer des Museums, lauter Unikate befinden sollen. U.a. der Rolls Royce von „Queen Mom“. Die Führung ist sehr unterhaltsam. Herr Vonier kennt unzählige Anekdoten über und um die Rolls Royce – Wagen. Zum Schluss besichtigen wir noch die Werkstatt, die ebenfalls im Erdgeschoss liegt. Neben andern Restaurationsobjekten befindet sich dort ein 26er-Rolls im Stadium der Voll-Restauration. Bei einem anderen Fahrzeug kann man den geöffneten 12-Zylinder – Motor bestaunen, an dem gerade gearbeitet wird.

Rheinspitz

Weiter geht die Fahrt nach Altenrhein zum Restaurant Rheinspitz. Der Regen ist unser ständiger Begleiter, und der Scheibenwischer kommt nicht zur Ruhe. Wir geniessen ein schmackhaftes Mittagessen direkt am Bootshafen von Altenrhein. So gegen 15.30 Uhr zieht es die CTAC-Mitglieder nach Hause. Es herrscht Aufbruchstimmung, man verabschiedet sich, und eine Traction nach der andern macht sich mit ihren Insassen auf den Heimweg. Ein letztes Mal hört man das sonore Brummen der Traction-Motoren. Petrus stellt übrigens zu guter Letzt die Schleusen doch noch ab, jedenfalls zeitweilig.
Ein schönes und trotz widrigen meteorologischen Umständen harmonisches Treffen ist zu Ende gegangen. Herzlichen Dank den Organisatoren Markus Roth, Hans Bollhalder und Werni König für ihre Arbeit und für die tolle Organisation!

Daniel Löhrer

Ergänzung des Webmaster für Eisenbahntechnik-Interessierte

Ein Verein mit dem Namen "AG2, Verein historische Appenzellerbahnen" betreibt in Wasserauen unter seinem Präsidenten Alexander Belss ein Bahndepot für die Restauration und den Betrieb historischer Fahrzeuge der Appenzellerbahn. Der Verein verfügt mit der BCFm 2/4 56 über einen sehr speziellen Triebwagen aus dem Jahr 1929, welcher – gemäss Angaben des Vereins – " ... in seiner Art wohl weltweit einmalig" sei. Er besitzt nämlich einen dieselelektrischen Antrieb und vereint ein ganzes Stück schweizerischer Industriegeschichte. Gebaut wurde das Fahrzeug durch die leider nicht mehr existierenden SLM (Schweizerische Lokomotiven- und Maschinenfabrik) in Winterthur.

Sulzer Dieselmotor 1929

Ebenfalls aus Winterthur stammt der Sulzer-Dieselmotor, welcher mit sechs Zylindern 156 PS auf die Räder bringt. Das ist allerdings nicht ganz korrekt ausgedrückt. Der Dieselmotor betreibt nämlich einen Generator, welcher für einen Elektromotor den nötigen Strom liefert, welcher letztendlich die Triebachsen antreibt. Im Triebwagen ist also ein kleines Kraftwerk eingebaut, welches mangels damaliger Oberleitung für die Elektrizität des eigentlich elektrischen Triebwagens sorgt. Auch hier ist mit dem Hersteller MFO (Maschinenfabrik Oerlikon) eine leider ehemalige Schweizer Industrieperle verewigt. Mit maximal 60 km/h kann der Triebwagen auf der Meterspur der Appenzellerbahn mit angehängtem Wagen verkehren.

2 Minuten Video-Impressionen vom Triebwagen und vom Galaabend



Fotografischer Rückblick auf den Jubiläumsanlass: