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Treffen mit dem holländischen Traction-Club am Titisee

Text und Fotos: Rudolf Weber

Alle Bilder lassen sich mit Mausklick vergrössern.

In der Schweiz herrscht der Eindruck, Holland sei aus Sicht des Automobilisten – zumindest topografisch – etwas eintönig. Deshalb verwundert es nicht, wenn unsere niederländischen Traction-Freunde zwischendurch ihr flaches Land verlassen, um etwas Abwechslung zu erleben. Da man nicht ganz sicher ist, ob die gutgepflegten aber wenig geforderten Tractions den Anforderungen einer Alpenfahrt gewachsen sind, lässt man sich lieber in die lieblich-romantischen Gefielde des Schwarzwaldes locken. Gesagt, getan. Und da die Schweiz so nahe am Schwarzwald liegt, erweiterte man das Programm gleich noch um ein holländisch-eidgenössisches Traction-Treffen.

CTAC Schwarzwald

So fuhr ich, für einmal nicht im Konvoi, am 12. Mai bei Bargen (SH) über die Grenze und erreichte den als Treffpunkt verabredeten Landgasthof Heizmannshof in Titisee-Neustadt nach etwa zwei Stunden. Welche Überraschung: Der CTAC aus dem Raum Basel war mit einer recht grossen Gruppe bereits präsent. Sie hatte sich beim Restaurant Rössli in Eiken versammelt und reiste über Laufenburg, Thiengen und Schluchsee ans Ziel. Selbst unser Präsident Edgar Stocker mit Gattin Vreni hatte es sich nicht nehmen lassen, die lange Anfahrt von Malters an den Titisee unter die Räder zu nehmen. Das lag sicher nicht nur an dem von den Holländern versprochenen Kaffee mit Kuchen. Auch das schöne Wetter motivierte zu einer Fahrt ins grenznahe Ausland. Aber eine entscheidende Rolle spielte sicher die Freude, holländische Traction-Freunde wieder mal zu sehen. Erinnerungen tauchten auf an die legendäre Holland-Reise des CTAC im Jahr 2007 oder dann in jüngerer Zeit an das 16. ICCCR 2016, an welchem ich allerdings nicht teilnehmen konnte.

Traction Fourgon

Nach einer herzlichen Begrüssung folgte die gegenseitige Bewunderung der verschiedenen Traction Avants. Besonders ins Auge stach eine Traction, welche zu einem Fourgon umgebaut worden war. Ein solches Fahrzeug würde gut zu unseren Clubgaragisten passen, wäre es doch nicht nur nützlich für Transporte, sondern gleichzeitig originelle Werbung für die entsprechende Garage.

CTAC im Schwarzwald

Besonders freute ich mich, Karel Beukema toe Waters 15CV Six H endlich mal in natura zu sehen. Er hat uns ja häufig Berichte über die Arbeiten an diesem Auto zugesandt oder Bildergalerien geschickt, welche sein Fahrzeug bei Frühlingsfahrten in Holland zeigen.

Unterdessen hatte das Interesse an den Autos mit dem Interesse an Kuchen und Kaffee gewechselt und die meisten sassen auf der Terrasse des Gasthausese, wie üblich bei Fachgesprächen über die Traction Avant.

RallyeSchild

Nebst dem spendierten Zvieri erhielt jeder Schweizer die Rallye-Plakette in einer Tragtasche, welche extra für dieses Rallye bedruckt worden war. Dies gab Fritz Müller die Gelegenheit, den Holländern für ihre Einladung und die Gastfreundschaft zu danken. Aber auch der CTAC war nicht mit leeren Händen gekommen.

CTAC am Titisee
Links Fritz Müller vom CTAC, welcher Karel Beukema toe Water (im roten Polo-Shirt) eine Flasche Wein überreicht. Karel hatte die Idee, den Aufenthalt im Schwarzwald zu benutzen, um ein Treffen mit Schweizer Tractionisten zu organisieren. Okke Bouwman, links von Karel und Gijs Houben, sind die Organisatoren der "Tour Silva Nigra".

CTAC am Titisee

Alle drei erhielten von Fritz die CTAC-Clubvignette und eine Citroën-Mütze.

Bald darauf brachen die NW-Schweizer auf. Ihre Rückreise führte sie durch das Bärental, über den Feldberg nach Hausen.

Ford Taunus Foto: Rolf Baumgartner

Dort besuchten sie auf der Schweigmatt den Gasthof Waldhaus mit einem Oldie-Freak als Wirt. Den Ford Taunus hat der Wirt am Theater Basel vor der Verschrottung gerettet. Darauf wurde der Wagen so präpariert, dass es aussieht, wie wenn der Fahrer in das Haus des Wirtes gefahren wäre.

Auch die Holländer machten sich auf den Weg zu ihrem Logis, um sich auf die lange Rückreise am nächsten Tag nach Holland vorzubereiten. Wie ich von Karel und Fritz erfahren habe, scheinen alle wohlbehalten und pannenfrei zu Hause angelangt zu sein.

Alle? Nicht ganz. Leider gab der Motor meines Roadsters auf der A4 nach Schaffhausen ausgerechnet im Cholfirst-Tunnel (ohne Pannenstreifen!) den Geist auf. Zum Glück tauchten kurz darauf Clubkollege Hans Manger mit Gattin Florence auf, welche ebenfalls am Titisee-Treffen teilgenommen hatten. Hans "parkierte" seine Légère kurzerhand vor meinem Fahrzeug und begann die nachfolgenden Fahrzeuge zu warnen, während Florence mir Pannendreieck und -Weste lieh, da ich meine in der Aufregung nicht gleich fand. Ich rief sofort die Polizei an, welche ferngesteuert die rechte Fahrspur schloss und eine Patrouille vorbeischickte, welche mich aus dem Tunnel in eine Pannenbucht schleppte. Der Rücktransport erledigte dann der TCS. Ein grosser Dank geht an Hans und Florence, welch mit ihrer Hilfe sogar riskiert haben, eine Busse zu erhalten, ist es doch nicht ganz legal und auch gefährlich, sein Fahrzeug in einem Autobahn-Tunnel auf einem Fahrstreifen abzustellen und zu verlassen. Ihrer Aktion ist es aber wohl zu verdanken, dass kein Auto von hinten mein Pannenfahrzeug rammte.

Panne im Cholfirsttunnel

Wie es weiter ging und was mit dem Auto los war, werde ich gelegentlich berichten, wenn der Schaden behoben ist. Nur so viel – es ist beunruhigend, wenn man literweise Wasser in den Kühler füllen kann und dieser sich wieder entleert, ohne dass es auf die Strasse tropft!

Weitere Bilder von Rolf Baumgartner in der Galerie

Das Treffen aus Sicht der Holländer: Fotos von Karel Beukema toe Water