Aus Dani’s Archiv-Kiste: Beitrag aus dem Clubheft „Citroën Club Suisse“ IV 1977

Für Gesunde und Kranke

Ein ärztlicher Ratgeber von und mit
Dr. A. C. Traction

Heute, meine Damen und Herren, ist es meine Pflicht, Sie über eine Krankheit zu informieren, die mir selbst schon seit längerer Zeit auf dem Magen liegt. Es handelt sich um das
Virus 11/15CV.
Ich bin persönlich schon seit mehreren Jahren an der Erforschung dieser bislang unbekannten Krankheit beteiligt und betrachte es als meine Aufgabe, Sie über den Stand meiner Recherchen und Untersuchungen zu informieren, da sich allmählich die unheilvollsten Folgen dieser Krankheit abzeichnen.
Werfen wir einen Blick auf die Statistik: 57 – 93% der vom Virus 11/15CV Befallenen sind Männer, doch auffällig ist es, dass meistens ihre Frauen am schwersten unter den Folgen dieser Krankheit leiden, während sich die Männer dessen kaum bewusst werden.
Bemerkenswert ist in meinen Augen, dass ausschliesslich Männer, die sich für schöne, merkwürdigerweise jedoch hauptsächlich alte, Autos begeistern, davon befallen werden. Eine Verwandtschaft zum Virus 2/4CV kann nicht unbedingt bestritten werden: - Es ist mir ein konkreter Fall bekannt, wo eine ganze Familie von beiden Viren befallen ist – doch ist der Zusammenhang nicht offensichtlich.
Leider, meine Damen und Herren, sind die Heilungschancen zur Zeit noch äusserst gering. – Versuche mit Citronensaft haben nur bewirkt, dass die behandelten Patienten sauer reagiert haben. – Es ist lediglich eine Methode bekannt, welche die Qualen der unmittelbar Betroffenen zu lindern vermag. Hier darf ich auf meine leider noch etwas teuren „Traction-Pillen“ hinweisen, die bald in jeder Apotheke erhältlich sein werden.
Die Herkunft dieses Erregers ist für die Wissenschaft nach wie vor ein Rätsel, doch scheint das Virus 11/15CV unser Klima besonders zu lieben, da es sich kaum ausserhalb von Mittel- und Nordeuropa nachweisen lässt. Ob sich die Tatsache, dass in Osteuropa keine Fälle bekannt sind, auf politische Ursachen (Informationssperre) zurückführen lässt, oder ob dies im Zusammenhang mit der Krankheit selbst steht, wird gegenwärtig untersucht.
Die Angaben über die Inkubationszeit sind lückenhaft und widersprechen sich zum Teil. So ist in einem mir persönlich bekannten Fall ein Familienoberhaupt vor mehreren Jahren davon befallen worden. Durch Einnahme der erwähnten „Traction-Pillen“ konnte sein Zustand stabilisiert werden. Der Sohn, widerstandsfähiger, zeigte anfänglich nur leichte Symptome. Im Laufe von etwa fünf Jahren entwickelte er sich jedoch zu einem besonders schweren Fall und nimmt nun ebenfalls die Pillen. – Welche Qual für die Ehefrau und Mutter, die das miterleben muss!
Um meine Forschungen im grösseren Umfang weiterführen zu können, erbitte ich von Ihnen Berichte über Beobachtungen dieses 11/15CV Virus und dessen Auswirkungen auf die Befallenen. – Ich kann Sie jedoch so weit beruhigen: Bis jetzt ist mir kein Fall mit tödlichem Ausgang bekannt. Im Gegenteil, die Betroffenen befinden sich, abgesehen von gelegentlichem Augenverdrehen oder Zungenschnalzen bei bester Laune und Gesundheit – vorausgesetzt, sie benützen Dr. A.C. Traction’s Pillen. Denn, wie sagt der Lateiner?
„Vita bonum traction est.“ oder, frei übersetzt:
„Erst ein Citroën macht das Leben lebenswert“.

Ihr
Dr. A. C. Traction

Alias: Daniel Eberli