Reise in die Vergangenheit

Wenn man mit der Traction unterwegs ist, stellt man sich häufig vor, wie es wohl wäre, wenn man mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit versetzt würde, in eine Zeit, wo ein Auto noch etwas exklusives war und eine Passfahrt nach Italien mehr Faszination weckte als heute ein Flug nach Bali.

Das Citroen-Treffens in Varese wäre wieder einmal eine Gelegenheit für solche Gefühle gewesen, doch der Gotthard mit der Phasenregelung und schliesslich auch der Tunnel vertrieben solche Gedanken im nu.

Doch am Sonntag Abend, nach Ende des Bertoni-Treffens und mit einer Woche Ferien vor uns versuchten meine Frau und ich ins Reisetempo der 50er Jahre zu wechseln und die Faszination die damals Worte wie Gardasee und Südtirol auslösten nachzuempfinden.

Ja - und mit etwas Nachhilfe der modernen Computertechnik sieht das ganze doch sehr nostalgisch aus. Wer die Fotos zu verstaubt findet, soll nur mal die Maus darüber führen!

 
Bella Italia - und natürlich abgesehen von Dreirad-Vespas kaum Verkehr! Im Hintergrund der Gardasee, im Vordergrund eine der modernsten und komfortabelsten Reiselimousinen unserer Zeit!
   
Zwischenhalt am Ufer, wo noch keine Parkverbote ärgern. Im Hintergrund Salo. Im Vordergrund Elisabeth, welche mit der Mode natürlich ihrer Zeit weit voraus ist.
   
Wetter wie im Bilderbuch, Italien verpflichtet. Freie Fahrt im Bummeltempo, schliesslich will man die Aussicht geniessen.
   
In den Dolomiten locken romantische Strassen durch wilde Gebirgsschluchten!
   

Zwischenhalt für einen Espresso! Im Hintergrund eine berühmte Kletterwand.

Die Traction kletterte auch ganz willig über diese Bergstrecke.

   

Seen und Burgen lassen Touristen immer wieder ausrufen:

Wie romantisch!

Wirklich pittoresk!

Grandios!

Idyllisch!

   
Am Reschsee, wo ein Staudamm ein ganzes Dorf unter Wasser gesetzt hat. Nur der Kirchturm hält sich tapfer - und natürlich die Traction, die hier etwas verschnauft und Wasser kriegt!
   
Das Südtirol - italienische Sonne, deutsche Zunge, eine gelungene Kombination. Noch liegen die Berge im Schnee, doch wir stecken im schönsten Frühling.
   
Stolz präsentieren sich die Touristen mit ihrer Limousine - noch kennt man keinen Massentourismus. Für einen Photopause kann man überall anhalten. Im Hintergrund grüsst der Ortler.
   
Ein Besuch der 700 jährigen Chur-Burg gehört ins Programm der kulturbeflissenen Touristen. Der Weg wurde zwar für die Ritter von Trapp gebaut, doch auch eine Traction bewältigt den steilen Burgweg.
   
Wieder im Dorf - letzter Blick auf die Burg.
   
Dorfidylle, hier können Kinder noch auf der Strasse spielen und Kühe stören kaum den Verkehr. Und wenn man sich umsehen will, steigt man einfach aus. Der Ausdruck "Parkhaus" kommt erst in Science Fiction Büchern vor.
   
Nun ist die Schweizer Grenze wieder überschritten, der Ofenpass führt uns ins Engadin.
   
Auf der Passhöhe macht man den obligaten Halt - von Eile haben wir noch nie etwas gehört. Nur die letzten Schneereste verhindern, dass wir in die Alpenrosen gehen.
   
Doch die eigentliche Prüfung steht dem wackeren Wagen noch bevor - das Engadin war nur Zwischenhalt.
   
Der Flüelapass fordert die letzten Kräfte. Gut besitzt der Wagen den modernen 11D Motor. Trotzdem müssen die letzten Haarnadeln im 1. Gang genommen werden.
   
2389 Meter wollen erklettert sein, das heisst auch eine Rückkehr in den Winter. Gut herrscht strahlendes Wetter und ist die Strasse schneefrei.
   

Endlich die Passhöhe! Wir sind nicht ganz alleine bei diesem prächtigen Wetter, Ein deutscher Tourist ist mit dem letzten Schrei - einem BMW Cabriolet - nach Italien unterwegs. Angesichts dieses Achtzylinderwagens könnte beinahe Neid aufkommen.

Die Traction hat uns nach Uebernachtungen in Davos und Oberterzen genau eine Woche später wieder problemlos nach hause gebracht.

Sollen wir uns vielleicht nächstes Jahr bis an die Riviera wagen?

   
Bilder und Text: Rudolf Weber