Home Galerie Berichte Inserate Shop Anlässe Links Bibliothek Feedback Club

Historische Aufnahme vom alten Flugfeld in Basel

Louis Krähenbühl

Crowe &  Cie

Vor dem zweiten Weltkrieg wickelte sich der Basler Flugverkehr noch auf dem Sternenfeld in Birsfelden ab. Mein Grossvater Alfred war in den zwanziger Jahren Direktor der damaligen Speditionsfirma Crowe & Co. , einer englischen Firma mit Filiale in Basel. Auf dem Bild sieht man Herr Crowe, es ist der Herr rechts mit Melone und schwarzem Anzug. Das Flugzeug  ist eine Vickers Vernon mit 2 Napier Lion Motoren mit je 450 PS Motoren, welche eine Reisegeschwindigkeit von 121 km/h ermöglichten. Sie wurde aus der Vickers Vimy, einem einem Erst-Weltkrieg-Bomber, weiterentwickelt. Mit einem ähnliches Modell flogen übrigens 1919 Alcock & Brown zum erstenmal von England aus in Ost-West-Richtung über den Atlantik.

Leider ist auf dem Bild kein Datum vorhanden. Ich schätze, dass die Aufnahme zwischen 1926 und 1928 entstanden sein muss. Rechts verdeckt sieht man einen Mann in Knickebockerhosen. Ein alter Basler hat mir gesagt, dass es der damalige Flugplatzchef Charles Köpke war, der auch nach dem Krieg noch auf dem Flugplatz Basel-Blotzheim sein Amt ausführte. Interessant ist auch die Uniform des Zollbeamten.

Als im Oktober 1952 die damalige Flughafenstrasse nach dem Flughafen Basel-Mühlhausen eröffnet wurde, fuhr ich jeden Mittwochnachmittag dorthin. Ein Unikum in
Europa, eine abgesperrte Strasse in einem anderen Land, nur zu einem
Flughafen. Dort begann meine Liebe zur Fliegerei. Die Piste bestand aus
gelochten Stahlblechen der Allierten aus dem zweiten Weltkrieg, bis dann die
erste Blindlandepiste und die Ost-Westpiste aus Beton gebaut wurden. In den 50er Jahren sah man noch die Flugzeugtypen DC-3, DC-4, DC-6, Lookheed Constellation, Vickers Vicking, Avro York etc. Auch eine umgebaute Avro Lancaster, die Fracht flog, tauchte manchmal in Basel auf.

Anmerkung des Webmasters:
Beim genauen Betrachten des Flugzeuges sieht man, dass das Cockpit, im Gegensatz zur Passagierkabine, offen war. Die damaligen Piloten fürchteten schlechte Sicht bei Regen und Schnee. Als Tractionfahrer können wir diese Befürchtung sicher nachvollziehen, haben wir uns doch bei Nacht und schlechtem Wetter auch manchmal die Frontscheibe weggewünscht, wenn sie anlief oder die schlechten Wischer den Schnee nicht mehr wegzuwischen vermochten. Noch viel gefürchteter war natürlich Eis. Und im Gegensatz zu einer Traction Avant kann man mit einem Flugzeug unterwegs nicht einfach mal am Strassenrand anhalten und die Scheiben reinigen. Trotzdem - bei kaltem Wetter mit offenem Cockpit mit 120 km/h stundenlang durch die Luft zu fliegen hat nicht mehr viel mit Romantik zu tun.