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 Bin ich des Citroëns würdig?

Conservatoire Citroën

Am vergangenen Freitag den 13. November waren Angeline und ich mit einer Gruppe von TAN-Mitgliedern beim Conservatoire Citroën, dass sich bekanntlich in Aulney-sous-Bois in der Nähe von Paris befindet. Übernachtet haben wir in einem Campanile Hotel in Argenteuil, etwa 15 km Nord-Westlich von Paris. Beabsichtigt war, den nächsten Tag (also Samstag) in Paris zu verbringen. Die Terror-Angriffe, worüber viele erst durch Telefonanrufe aus Holland von beunruhigte Familienmitglieder informiert wurden, haben dazu geführt, dass wir bereits am Samstag zurück nach Hause gefahren sind. Das Wochenende ist also bestimmt anders verlaufen, als vorgesehen. Es war jedoch besser, den völlig erschütterten Franzosen nicht weiter auf die Füße zu treten. Es hieß, dass die Grenzen zu waren. Ausser einiger Gendarmes, die vor allem zugesehen hatten, passierte da aber nicht vieles.

Der Besuch des Conservatoires war natürlich interessant (ich war noch nie da).Fotos von der Sammlung sind mehr als bekannt und es stehen dort eine ganze Menge von wirklich einzigartigen Autos. Da hätte die Firma Citroën meiner Meinung nach viel mehr Geld verdienen können – und sie wäre ihrem Namen als innovativer Autohersteller gerecht worden, hätten sie nur ein Teil dieser Modellstudien in die Produktion gebracht.
Beunruhigend ist, dass das Conservatoire im Moment ohne direkte Führung ist. Der Direktor, der nach Denis Huille angestellt wurde, ist inzwischen nicht mehr da. Es gibt ein paar Leute, die da Gruppen herumführen und weiter nichts. Angeblich wurde das Conservatoire vor kurzem rechtlich vom PSA Konzern getrennt und befindet sich zur Zeit in einer separaten Gesellschaft. Im Vorstand (oder Aufsichtsrat) dieser „Association“ befinden sich drei Mitglieder der Peugeot Familie, ohne deren Mitwirkung nichts läuft. Die immer behilfliche Dame, die das Altarchiv verwaltete, wurde nach fast 38 Jahre vom einen Tag auf den anderen entlassen, und keiner weiß jetzt, wie es weiter gehen soll. Unsere Sorgen wurden inzwischen dem heutigen Vorsitzenden der ACI, Stephan Joest, übermittelt. Die ACI ist der einzige Kanal, durch den mit Citroën über solche Angelegenheiten gesprochen werden kann. Inzwischen sind auch die Veranstalter des ICCCR in Schwierigkeiten geraten, da die Autos vom Conservatoire nur gegen einer Vergütung von 1000 Euro pro Stück geliehen werden können, und die Transportkosten auf eigene Rechnung gehen. Das wird also eine zusätzliche Budgetposition von etwa 15'000 Euro bedeuten.

Traction Avant Dossier

Beim Conservatoire gibt es ein Laden wo man alle mögliche Citroën Paraphrenalia kaufen kann. So auch Bücher, die – leider für die Meisten – nur in französischer Sprache verfügbar sind. Es gibt eine Serie von anscheinend relativ neue Ausgaben, wo pro Citroën Modell interessantes Material zusammengestellt wurde. Davon habe ich die Exemplare, die sich auf den 11 CV und den 15-Six beziehen, gekauft.

Im 15-Six Bündel traf ich das Rundschreiben vom 16. April 1954 an die Konzessionäre bezüglich der Vermarktung des 15-Hydrauylique an. Dieses Dokument bestätigt wohl die Geschichte, dass Citroën tatsächlich versucht hat, die Verbreitung dieses Modells unter strenger Kontrolle zu behalten.

Ich habe es inzwischen ins Holländische und Englische, wie auch in die deutsche Sprache übersetzt. Die Arroganz womit Citroën mit diesem Rundschreiben die Händler unter Druck gesetzt hat, ist wohl erschütternd. Selbstverständlich habe ich sofort kontrolliert, ob ich alle im Rundschreiben enthaltenen Kriterien für den Besitz eines 15-H erfülle. Vielleicht sollte ich das Auto besser einem Anderen zum Kaufen anbieten …. Da stellt sich jedoch die Frage, ob Citroën den Weiterverkauf auch genehmigen würde… Also, bis dann betrachte ich mich als bescheidener Hüter dieses Fahrzeuges.

Originaldokument (französisch)

Dokument in deutscher Übersetzung