Home Galerie Berichte Inserate Shop Anlässe Links Bibliothek Feedback Club

Vorbemerkung des Webmasters: Peter Kunz, ein Berufskollege von mir, hörte von meiner Leidenschaft für Traction Avants. Er erzählte mir deshalb, dass sein Vater in jungen Jahren ein solches Fahrzeug gefahren habe. Da mein Interesse gross war, hat er für unsere Internetseite einige Fotos und einen Bericht zusammengestellt.

Die Traction meines Vaters
Peter Kunz

Gekauft wurde die Traction Avant von meinem Vater um 1955 mit 80’000 km und zwar in einer Garage in Hombrechtikon. Meine Mutter hatte seinerzeit damit ihre Fahrprüfung gemacht und erinnert sich noch, dass sie praktisch die ganze Fahrt nach Italien am Steuer gesessen hat, damit sie auch genügend Übung hätte. In Venedig ein erster ungeplanter Zwischenstopp, weil der Kühler im Eimer war. Der Defekt hatte sich schon bei der Alpenüberfahrt angekündigt, das Kühlerwasser musste laufend nachgefüllt werden. Die Reparatur dauerte dann zwei Tage, übernachtet wurde im Hotel, obwohl der Urlaub eigentlich als Campingurlaub geplant war….

Sie weiss auch noch genau wie der erste Ausflug in die Hose ging. Am Hönggerberg nach nur wenigen Kilometern ging nichts mehr und ein Kollege, der telefonisch aufgeboten wurde, musste sie abschleppen.

Bei einer der letzten Fahrten ca. 1957, irgendwo bei Eptingen auf einem steilen Kiesweg drehten die Räder durch. Weil zuviel Gewicht als Ursache die Vermutung war, machte man den Versuch im Rückwartsgang hochzukommen. Es gab anscheinend eine Riesenchlapf und irgendein Zahnrad im Getriebe gab seinen Geist auf. Auf das in Zürich bestellte Ersatzteil musste man dann wieder zwei Tage warten, übernachtet wurde bei Severin, einem Kollegen, der sich auch mechanisch etwas auskannte und das neue Zahnrad dann auch eingebaut hat. Natürlich haben die alten, wohl schon etwas ausgeleierten Gebriebeteile und das neue Ersatzzahnrad nicht optimal gepasst. Der Lärm des Motors und Getriebe auf der Heimfahrt wurde mir als Ton eines Häckerlistuhls beschrieben… Auf jeden Fall war Vater froh, dass er es noch bis nach Hause geschafft hatte und weil er genug von Pech, Pleiten und Pannen hatte verkaufte (er meinte zwar er hätte es eher verschenkt) das Auto noch am gleichen Tag.

Die Fotos von der Cote d’Azur sind noch aus der Zeit, wo er noch das Junggesellenleben genoss.

Wir trauern nicht nur der goldenen Zeit der Traction nach sondern auch einer Zeit, wo man an der Côte d'Azure sein Fahrzeug überall parkieren konnte. Ich erlaube mir das Beifügen zweier Fotos eines Motorrades - war doch ein solches Gefährt häufig die erste Motorisierung bevor das Budget ein Auto zuliess. So hat auch Peter Kunzens Vater ursprünglich einen "Töff" gefahren und war, wie man sieht, der Stolz der Familie.