Ausflug der Region Nord:

Familienbräteln in Hermikon
Zu Gast bei Familie Gerhard und Monika Trümmel

Bericht und Fotos von Rudolf Weber
Die alten Füchse der Region Nord mögen sich vielleicht noch erinnern. Vor langer Zeit war dieser nördlichste Teil des CTAC berühmt für seine nassen Auflüge. Es war geradezu eine Spezialität, die Fahrerinnen und Fahrer dann einzuladen, wenn Petrus wieder einmal alle negativen Register zog. Vergleiche hierzu etwa den legendären Ausflug aufs Rosinli im Jahr 2001. Aber diese Zeiten sind längst vorbei und man muss sich ängstlich fragen: Sind die Nordclubfahrer verweichlicht?

Denn einmal mehr herrschte auf dem Treffpunkt zur diesjähriger Ausfahrt mit Familienbräteln Sonne, Hitze und Durst. Die Organisatoren, Hanspeter Rubitschon, Ruedi Jutz und Peter Weber erwarteten zwar noch einige Komplimente, dass sie das Wetter so toll hingekriegt hatten, aber das war ja dieses Jahr nun wirklich kein Kunststück. So einen verhängter Landregentag mit Regenböen wie in früheren Zeiten - das wäre doch im Sommer 2003 eine echte Leistung gewesen.
Man traf sich also in Pfungen, wo das Stelldichein der Tractionisten einiges Aufsehen erregte. Unter anderem kurvte ein zufälliger Passant mit einem Citroen Maserati ganz spontan auf den Parkplatz und reihte sich für kurze Zeit unter seine älteren Geschwister ein. Ebenso wagten sich ein Ami 8 und eine DS in die Fahrzeugkolonne, um das doch etwas monotone Bild der herrlichen Tractions aufzulockern. Nicht vergessen darf man die wackeren Hinterrädler die wir im Club nun Propulsionisten nennen - sie gaben auf der Fahrt nicht den Ton aber sicher die Geschwindigkeit an.

Der Weissweinapéro diente zur Begrüssung und zur Vorstellung von sich noch nie getroffenen Mitgliedern. Die Faszination lässt sich daran messen, dass ein wegen privater Termine verhindertes Mitglied rasch über den Irchel fuhr, um wenigstens die Begrüssung und die Abfahrt mitzuerleben.
Die anschliessende Fahrt zeigte verblüffend, dass man die Aglomeration Winterthur - Zürich problemlos auf grünen Landrouten durchfahren kann. Durch das Rumstal und das Dättnau - wohl nur Winterthurer Radfahrern ein Begriff - erreichte man das Tösstal, wo mittels einer grösseren Steigung via Ottikon die stolze Kyburg erreicht wurde. Die kurzen Stopps von Tractions in der Kolonne zeigten, dass Fahrer wegen den langsamen Propulsionisten kapitulierten und wohl oder übel den 1. Gang einschieben mussten. Bei der Kyburg ging dem ältesten Fahrzeug, der B2 von Peter Weber das Wasser aus - auf dem Bild rechts ist allerdings eine ebenfalls teilnehmende C4 zu sehen - was zu einer willkommenen Fotopause führte.

Nun gings durch First - dem höchstgelegenen Weiler der Gemeinde Illnau-Effretikon Richtung Agasul, also in jenes Dorf, von dem man gemeinhin annimmt, es müsse in Anatolien sein und wo der Sage nach noch echte Meerjungfrauen im Feuerwehrweiher schwimmen.

Durch Illnau, Gutenswil, Volketswil und Dübendorf erreichte man endlich Hermikon. Hermikon? Noch nie etwas davon gehört? So gings vermutlich nicht nur den weiter Angereisten sondern auch vielen Teilnehmern aus der Region.

Hermikon ist ein kleiner Weiler zwischen Dübendorf und Schwerzenbach, idyllisch und trotzdem verkehrsmässig optimal gelegen. Hier hat unser Clubmitglied Gerhard Trümmel den Sitz seiner Limouisinen-Firma. Was heisst hier Firmensitz! Das Anwesen der Trümmels - ein mit grossem persönlichem Aufwand umgebautes Bauerngut - ist Wohnsitz, Arbeitsstätte und Erholungsbereich zusammen. Welcher Tractionist würde sich nicht so grosszügige Verhältnisse wünschen, bei denen er eine ganze Fahrzeugflotten problemlos unterbringen könnte. 20 angereiste Wagen würden bei jedem Leser in seinem Wohnquartier wohl ein mittleres Verkehrschaos auslösen, Gerhard Trümmel bringt sie bequem auf seinen Vorplatz.

Im grossen Garten wurden nun die Grills entzündet und die Gesellschaft nahm an langen Bänken eine wohlverdiente, kühlende Erfrischung zu sich. Bald schon waren von den männlichen Gästen Stichworte wie Zylinderkopfdichtung, 12 V Umbau, Originalgetriebe und ähnliches zu hören, während sich die weiblichen Gäste von Monika Trümmel den wunderschönen, selbstgestalteten Garten zeigen liessen.

Dieses Treffen zeigte einmal mehr, dass sich der Club keine Nachwuchssorgen machen muss. Immer mehr jüngere Clubmitglieder bereichern das Vereinsleben mit ihren Kindern, die dereinst wohl die Traction-Tradition übernehmen werden. So wetteiferten Türlers Quentin und Webers Jerôme, wer wohl den älteren Damen in der Gesellschaft mehr Entzücken entlocken würde können.

Doch auch der mittlere Nachwuchs muss gepflegt werden. Bei Trümmels ist das kein Problem, wurde doch der ehemalige Heuboden in ein Spielzimmer der Sondergrösse umfunktioniert. Unter der fachkundigen Instruktion von Herbert Büchi lieferten sich Ramona und Dani Eberli ein Billardduell das es in sich hatte.

Derweil vergnügten sich die Kinder von Hansueli und Renata Streit an nostalgischen Flipperkästen von denen die Sittenwächter in den 50er Jahren noch befürchtet hatten, sie würden die Jungend verderben. Nur die ganz sportlichen wagen sich bei dieser Wärme an ein Fussballspiel, allerdings reduziert auf einen Jöggeli-Kasten. Passende Unterhaltung bot dazu ein nostalgischer Rock-Ola Musikautomat, den Gerhard Trümmel mit seiner Sammlung alter Schlager-Singels gefüllt hatte.

Draussen zog die Nacht ins Land. Geduldig warteten die Tractions auf ihre Meister, welche aber angesichts der Gastfreundschaft der Trümmels gar keine Eile verspürten, diesen wunderbaren Platz zu verlassen.

Im Namen aller Gäste und des CTAC sei hier Monika und Gerhard Trümmel nochmals herzlicher Dank für diesen herrlichen Abend ausgesprochen. Er wird wohl als Spitzenanlass in diesem Spitzensommer in die Analen der Clubgeschichte eingehen.

Viele weitere Bilder findet man in der Bildergalerie dieses Anlasses!
Leider gelang es mir auch diesmal nicht, alle Teilnehmer abzulichten - ich hoffe auf Verständnis.