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Da Problem mit den Lacken
Der Restaurateur einer Traction ist häufig mit der Frage konfrontiert, wie man das Auto möglichst originalgetreu lackieren kann. Die alten "AC"-Lackbezeichungen kann man in einem modernen Farbwerk nicht mehr mischen lassen.
Unserer Leser Uwe Baumstark hat in diesem Zusammenhang kürzlich folgende Frage gestellt:
Ich habe vor
einiger Zeit die Citroen Farbcodes bekommen. Leider kann der Lackierer damit
wenig anfangen. Um die Farben zu mischen hätte er gerne Mischungsverhältnisse
von RAL Codes. Kannst mir jemand weiterhelfen oder woher kann ich die in Erfahrung
bringen? Oder wer verkauft Lack nach AC-Codes zum streichen?
Ich benötige Strohgelb AC 074 für meinen 15 CV zum Ausbessern der
Felgen mittels Pinsel und "Schneeweiß" für eine Ente der
80 Jahre, ebenfalls zum Streichen - jeweils ca. 200 g.
Einer anderer
unserer Leser, Peter Mävers, ist Lackspezialist und hat folgende Antwort
geschrieben:
Hallo Uwe,
im Newsletter des schweizer TA Clubs habe ich über Deine Anfrage gelesen.
Die Lösung für Dein Problem habe ich nicht, aber ich kann Dir folgendes
sagen:
Selbst wenn Du die Orginalrezeptur für Dein "strohgelb" irgendwo
finden würdest, glaube ich kaum, daß sich der Farbton unauffällig
nachpinseln ließe. Die Farben altern optisch. Andererseits kann eigentlich
jeder Lackierer ziemlich genau Farben per Auge nachmischen. Das lernen die Lackierer
sogar heute noch in der Berufsschule.
Ansonsten kann ich Dir noch sagen, daß Auto- und Motorradfarbtöne
niemals etwas mit RAL zu tun gehabt haben. Die KFZ-Hersteller haben immer ihr
eigenes Süppchen gekocht. (Ausnahme Nutzfahrzeuge). Demnach wirst Du auf
keinen Fall mit RAL weiterkommen. Auch nicht für die Entenfarbe.
Ich bin übrigens in einer ähnlichen Situation wie Du. Auch ich muß
eine Rezeptur für meinen 11CV finden, den ich demnächst restaurieren
werde. Ich suche die Farbe "gris perle" (AC 126). Der Lackhersteller
GLASURIT führt in seinen Datenbeständen zwar noch ein AC 126, aber
der Name lautet dort "gris clair" und ein lackiertes Probeblech zeigt
auch leichte Abweichungen. Mal sehen, wie ich weiterkomme. Übrigens hat
Citroen offenbar gerne Farbnummern (wie z.B. AC 126) über die Jahre hin
mehrfach verwendet. Mal im Jahre 1955 und dann die gleiche Nummer wieder Ende
der 60er, usw.. Dies macht unser Problem also auch nicht gerade leichter.
Zum Schluß noch eine Möglichkeit für Dein Problem. Ich habe
vor ca. zwei Jahren ein Lackfarben-Projekt für den deutschen Isetta-Club
abgewickelt und dabei mit dem deutschen Lackhersteller STANDOX zusammengearbeitet.
STANDOX ist der einzige, der eine separate Sparte von Farbrezepturen für
Oldtimer im Programm hat. Dort finden sich nun mittlerweile alle 45 Isettafarben
aus meinem Projekt, aber auch eine Fülle von Farben für die unterschiedlichsten
Fahrzeugmarken. STANDOX hat hier umgeschlüsselte Farbrezepturen, teilweise
für Farben zurück bis in die 30er Jahre. Du kannst mittlerweile dort
alle Farben via Internet suchen und Dir sogar direkt die literbezogene (auch
Deine 200 Gramm kannst Du dort eingeben) Mischformel zuhause ausdrucken und
damit zu einer STANDOX-Lackiererei überall auf der Welt gehen und Deine
Farbe mischen lassen. Mein beigefügtes Beispiel bezieht sich auf BMW-Isetta.
Du mußt mal ein bißchen rumprobieren mit den Eingaben, um zu Citroen
(Alle Namen beginnen dort in der Suchmaske mit AC....) zu kommen. Ferner lege
ich Dir noch eine kurze Abhandlung zu RAL bei und einen Bericht über die
Entwicklung der Lackiertechnik.
Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich.
Herzliche Grüße
Peter Mävers
Entwicklung
der Lackiertechnik Dieser
Artikel beschreibt die Entwicklung der Lacke, von der Kutsche bis zum heutige
Auto.
Auskunft
Dieser Artikel erklärt, wie man mit Hilfe von Standox die Mischrezeptur
für Oldtimerfarben ermitteln kann.
(Achtung: download
braucht Geduld, File ist 1.6 Megabyte gross. )