Swiss Classics - die Schweiz erhält eine Oldtimerzeitschrift
Rudolf Weber

Als Regine Hansche, den Kunden von Christian Heussis Retrogarage als dessen Geschäfts- und Lebenspartnerin bekannt, im letzten Sommer im Lokalblatt eine Stellenausschreibung entdeckte, war ihr Interesse sofort geweckt. Gesucht wurde nämlich eine Mitarbeiterin für eine schweizerische Oldtimerzeitschrift.

Aber - höre ich einwenden - in der Schweiz gibt es ja gar kein Fachmagazin für Oldtimerliebhaber! Die Schweiz dürfte zwar in Bezug auf Oldtimerdichte weit über dem europäischen Durchschnitt liegen. Auch sind in unserem Land verschiedene, exklusive Sammlungen vorhanden, mit raren Modellen der oberen Preisklassen. Doch auch historische Autos, welche seinerzeit ganz gewöhnliche Alltagsfahrzeuge waren, werden liebevoll gesammelt und gepflegt. Landein landaus finden pro Jahr Dutzende von Veranstaltungen statt, wo man sich zu Ausfahrten, Teilehandel oder Rallyes trifft. Bezüglich Publikationen jedoch ist die Schweiz bis heute ein weisser Fleck auf der Landkarte.

Illustre Gesellschaft, historischer Anlass - die offizielle Lancierung der ersten Schweizer Oldtimerzeitschrift

Zwar zirkulieren unzählige Clubheftchen, welche mit grossem Einsatz durch Amateure in ihrer Freizeit erstellt werden. Meist sind diese jedoch nur einer spezifischen Marke gewidmet und enthalten auch zu viel Clubinternas um für ein breiteres Publikum von Interesse zu sein.

Regine Hansches Neugierde war geweckt. Sie meldete sich umgehend und wurde darauf durch Markus Rühle kontaktiert. Dieser ist der Initiant eines Projektes mit dem Ziel, auch der Schweiz ihr eigenes Magazin für klassische Fahrzeuge zu verschaffen.

Was motivierte Markus Rühle zu diesem aussergewöhnlichen Projekt? Markus Rühle erwähnte im Gespräch mit dem CTAC, dass er durch den Verkauf seiner Firma eigentlich eher früher als erwartet zum Rentner geworden sei. Was lag da näher, als sein Hobby mit einer neuen geschäftlichen Herausforderung zu verbinden? Markus Rühle fährt selbst zwei Mercedes Sportwagen (eine 64er Pagode und ein 190 SL aus dem Jahre 1959) und ist ein profunder Kenner der Oldtimerszene der Schweiz.

Markus Rühle, Initiant und Chefredaktor

Dass nicht nur das Heft sondern auch die ausgeschriebenen Stellen auf hohes Interesse stiessen, musste Regine Hansche erfahren. Sie war lediglich eine von 180 Bewerbern auf die ausgeschriebene kaufmännische Stelle. Entsprechend war ihre Hoffnung natürlich klein. War es ihr Bezug zum Oldtimerhobby durch die Mitarbeit in der Retrogarage resp. bei den Vorbereitungen zu den historischen Rallyes oder die Tatsache, dass sie nicht nur kaufmännische Qualifikationen besitzt, sondern auch ein Flair zum Schreiben hat? Auf alle Fälle kriegte sie die Stelle und wurde zusätzlich zu der eigentlichen Kernaufgabe auch noch ins Redaktionsteam integriert.

Beim Gestalten einer ersten Nummer musste sich das Team um Markus Rühle natürlich die zentrale Frage stellen, welche Struktur man dem neuen Werk verleihen sollte.

Endlich ist es soweit - die Schachteln werden "enthüllt" ...      
Von Beginn weg stand fest, dass das neugeborene Kind "Swiss Classics" sich nicht nur auf das High-End Segment der teuren Fahrzeuge fokusieren, sondern über die ganze Palette von Aktivitäten rund um das Oldtimerhobby berichten sollte. Ebenso war klar, dass wenn immer möglich, die Klassikszene der Schweiz im Vordergrund stehen sollte. Viele Scheizer Leser der deutschen Fachblätter vermissen beispielsweise spezifische Informationen zu Anlässen in der Schweiz. Ebenso stiefmütterlich wurden bisher schweizerische Oldtimermuseen behandelt, ein Mangel welchem mit einer eigenen Rubrik im Swiss Classics" begegnet wird. Da sich die meisten Oldtimeraktivitäten im Rahmen von Clubs abspielen, lag es auf der Hand, zu diesem Thema eine weitere Rubrik zu starten, in welcher sich jeweils ein Club vorstellen kann. Ob Regine ihren Einfluss geltend machte, ist nicht bekannt, doch wurde dem CTAC die Ehre zuteil, bereits im ersten Heft über sein Clubleben zu berichten, eine Gelegenheit, welche der CTAC Präsident, Hans Georg Koch, natürlich äusserst gerne wahr nahm.
... und alles stürzt sich auf die druckfeuchten Hefte!

Um die schweizerische Eigenart dieses Hefts noch stärker zu betonen, wurde einem Schweizer Autobauer die Ehre zu teil, sein Fahrzeug bereits auf dem Umschlag des Heftes zu präsentieren. Eine spannende Reportage im Heft berichtet über die noch wenig bekannten aber spektakulären Fahrzeuge aus dem Hause Enzmann im Entlebuch.

Wohl einmalig im Angebot der Oldtimerzeitschriften dürfte im "Swiss Classics" die Rubrik "Sicht der Frau" sein. Endlich kommen auch die leider wenigen weiblichen Oldtimerfahrer, aber auch die vielen Partnerinnen von Oldtimer-Enthusiasten auf ihre Kosten. Das Fazit des ersten Artikels für die Damenwelt, welcher sich mit dem Design befasst, ist "Schluss mit dem Jugendwahn! Denn wirklich faszinierend ist bei Autos die Erotik des Alters."

Am 4. März 2004 war es dann soweit. Im kleinen, exklusiven Kreis der Redaktionsmitglieder und der beteiligten Partnern konnte Markus Rühle das erste, druckfrische Heft verteilen. Begeistert stürzten sich alle darauf und vertieften sich in die Lektüre, so dass fast der dazu gereichte Apéro vergessen ging.

Die erste Nummer

Regine Hansche hat ihren Entschluss nicht bereut obwohl der Einsatz für das neue Heft mit viel Arbeit verbunden ist. Nebst der Inseratenannahme, der Abonnementsverwaltung und der übrigen Administration zeichnet sie als verantwortliche Redaktorin für die Rubriken "Clubportrait" und "Oldtimer-Museen".

Wir wünsche der neuen Zeitschrift viel Erfolg und empfehlen unseren Lesern, die Nummer, welche nun an allen Kiosken erhältlich ist, zur Lektüre. Es wäre schön, wenn auch die Schweiz über ein vorerst vierteljährlich, bei Erfolg aber monatlich erscheinendes Fachblatt zum schönsten Hobby der Welt verfügen würde.

      Walti Homberger, Vizepräsident CTAC und Regine Hansche sind vom neuen Blatt begeistert

Weiter Informationen zum "Swiss Classics" finden sich im Internet unter: http://www.swissclassics.com/