Mit "Jean-Marie" - 48 + 34 = 82 tornanti ed 2758 m s.l.m. - "passo del stelvio" *

- ein Reisebericht -

4. - 5.September
Am 4.9. war es wieder einmal soweit, los ging es mit „Jean-Marie“ on –Urlaubs- tour. Abfahrt in Soltau um 15:00 Uhr, Verladung auf den DB-Autozug in Hamburg-Altona 17:10 -17:25 Uhr, Abfahrt mit dem Ziel Innsbruck 18:07 Uhr.Nach 16 Stunden Fahrzeit, über Kempten ( 7:05 Uhr ) - der nächtliche Regen hatte gerade aufgehört - bei strahlendem Sonnenschein die weitere „sight-seeing-tour“ über Lindau/Bodensee – Bregenz – Feldkirch – den Arlberg hinauf und dann hinunter nach Landeck und weiter im Inntal bis Innsbruck, dort pünktliche Ankunft um 12:16 Uhr. Das Erreichen des Hotels, da in der für Fahrzeuge gesperrten (!) Altstadt gelegen, wurde nach und nach mit einer gewissen Portion Stress gemeistert. Nachmittags war dann Altstadtbummel mit Schaufensterbetrachtung und dem zwangsläufigen „Einwechseln“ von Euros angesagt und den Abend verbrachten wir gemeinsam mit unserem Sohn im Hotel, der derzeit in Innsbruck dem Erwerb des Lebensunterhaltes für seine Familie nachgeht. Auch zum Frühstück am nächsten Morgen kam er zu uns.
Abfahrt in Soltau
6. September

Bis um 10:30 Uhr durfte zur Vornahme von Ladegeschäften in die Altstadt eingefahren werden, so dass das Verladen von Gepäck direkt vor dem Hotel möglich war. Nach einer „Zwangsehrenrunde“ in den Altstadtgassen – beim Abbiegen musste wirklich die gesamte zur Verfügung stehende Gassenbreite ausgenutzt werden, und das besondere Augenmerk lag zwangsläufig immer bei den hinteren Kotflügeln und der Stoßstange – ging es Richtung Süden. Die am Vortage getätigten „Geldwechselgeschäfte“ erforderten für den heutigen Tag „Sparen“ und somit wurde die alte Brennerstraße (B 182) und nicht die mautpflichtige Brennerautobahn für die Fahrt zum Brenner-Pass gewählt. Diese im Prinzip unproblematische Strecke führte uns unter der Europabrücke hindurch und war das Richtige zum Einstimmen auf zukünftige Passfahrten. Nach Passieren des Brennerpasses ( 1370 m ) ging es im Tal der Eissack auf der S 12 hinunter nach Sterzing. Nun folgte die erste Herausforderung für „Jean-Marie“, die S 44 hinauf zum Jaufen Pass mit ihren 19 Kehren ( tornati ), stellenweiser einspuriger Straßenführung, einer Länge von 40 km bei 1774 Höhenunterschied und 12 % Steigung hinauf auf 2099 m. Es klappte alles reibungslos, nur beim Überholen bergauf fahrender Fahrradfahrer dauerte es eben etwas länger. Die Abfahrt vom Pass hinab ins Passeiertal (Val Passiria) brachte uns bis nach Sankt Leonhardt/Passeier (San Leonardo) - 693 m -, wo wir 1,5 km außerhalb des Ortes ein schönes Bett für uns und für „Jean-Marie“ einen trockenen Unterstellplatz für die nächsten 5 Tage fanden.

unten: Klösterle Zug


rechts: Auf dem Jaufenpass, 2094 m

 

unten: Das Hotel Klotz

7. September
Am folgenden Tag, Samstag, den 07.09. ging es auf der sehr kurvigen, stark befahrenen und teilweise auch schmalen S 44 die 19 km nach Meran, zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, wie die Laubengasse, Kurpark etc.
8. September
Am Sonntag, den 08.09. brachte uns ein Ausflug auf der S 44 über Moos ( Moso ) - 1007 m - hinauf ins Pfelderer Tal (Val di Plan) nach Pfelders (Plan) - 1628 m -. Trotz des Sonnenscheines war es, die Höhenlage machte sich hier eben doch schon deutlich bemerkbar, etwas kühl für einen Spaziergang oder wir hatten die falsche Ausrüstung, so dass wir uns wieder hinab nach Moos bewegten, dort nach einem deftigen Südtiroler-Spezialitäten-Mittagessen mit einem Spaziergang entlang dem Passer wieder für den notwendigen Kalorienabbau sorgten.
Am späten Nachmittag wanderten wir dann noch 2 km den Fluss Passer entlang nach St. Martin i.P. zum dortigen Dorffest.
9. September.
Mit „Jean-Marie“ fuhren wir am 09.09. die 50 km über die S 44 und MeBo nach Bozen. Der hektische Verkehr mit diversen Baustellen-Umleitungen lies auch in der Altstadt und der dortigen Laubengasse keine großen Interessen aufkommen, nachdem dann auch noch „Ötzi“ – der Mann aus dem Eis – montags keine Audienz gibt ( Museum geschlossen ), machten wir uns bald wieder auf den Rückweg Richtung St. Leonhardt.
10. September
Dienstag, 10.09., die Sonne schien und da war doch noch was, wie sieht eigentlich der Ort St. Leonhardt aus? Bislang nur immer durchfahrend gesehen, unsere Schlafstätte war ja direkt neben dem Museum Passeier (Freilichtmuseum mit typischen alten Gebäuden aus dem Passeier Tal) und dem „Gasthof Sandwirt“ (Wirkungs- und Lebensstätte des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer,1767 - 1810), 1,5 km außerhalb in Richtung St. Martin. Also auf nach St. Leonhardt, im Sonnenschein den Ort, die blumengeschmückten Häuser und die Schaufenster betrachten, was dann letztlich auch wieder zum „Geldwechsel“ führte. In einem Eisenwaren-, nicht Andenkengeschäft, tauschten wir zur Erinnerung an die schönen Tage in St. Leonhardt und das morgendliche Wecken durch das Geläut einer Kuhherde, eine echte Kuhschelle gegen €uros ein.
11. September
Mittwoch, 11.09., das gesamte Gepäck und die gegen €uro eingetauschten neuen Teile wurden in „Jean-Marie“ verstaut und los ging es nach Meran ( 324 m ), um dann in nordwestlicher Richtung im Tal der Etsch den Vinschgau durchfahrend, über Latsch, Schlanders, Laas wieder Höhe gewinnend, in Spondinig ( 886 m ) nach links ins Suldental abbiegend, strebten wir dem Trafoier Tal ( Val di Trafoi ) entgegen. Das war der Beginn der „Herausforderung“, die 27,5 km lange Fahrt auf der höchsten und kehrenreichsten Paßstraße der Ostalpen. Gemeint ist das „Stilfser Joch“ mit seinen 2758 Metern, nach dem Restefond-/Bonette-Paß und der Iseran-Paßstraße in den Französischen Seealpen die dritthöchste für den öffentlichen Verkehr befahrbare Transitstraße der Alpen. Zudem ist sie zweifellos aufgrund ihrer gesamten Länge von 51 km, der ständigen Steigung von max. 15 %, der 82 Spitzkehren und weiteren Kurven und Kehren, bei einem zu überwindenden Höhenunterschied auf der Ostseite von 1871 m / Westseite 1530 m mit einer Straßenbreite von 4 – 7 m, eine der interessantesten Hochalpenstraßen. Die Planung dazu wurde im Jahre 1818 unter Kaiser Franz Josef als Verbindungsstrecke „Veltin – Vinschgau“ in Auftrag gegeben. Im April 1820 wurde bereits der sofortige Baubeginn beschlossen und die Arbeiten wurden wegen der militärischen Wichtigkeit innerhalb von 5 Jahren abgeschlossen. Die Winterpausen abgezogen, betrug die reine Bauzeit sogar weniger als zwei Jahre. Seit 1826 ist diese hochalpine Straße im Grunde bis auf den heutigen Tag unverändert. Bis zum Jahre 1959 wurde die Straße ganzjährig befahren, dazu gab es 8 Straßenwärterhäuser mit Unterkünften und zum Pferdewechsel. Über 900 m Tunnels und Holzgalerien schützten vor Lawinen. Das auf der Passhöhe befindliche „Stilfsjoch-Hotel“ wurde erst im Jahre 1897 errichtet..
Im Trafojertal
 

Nach Überqueren der Etsch in Spondinig ging es nun immer bergauf, und wir durchfuhren die Orte Prad a. St. ( 907 m ) – noch 25 km bis zur Passhöhe -, der zuerst dichte Wald lichtet sich und zunehmend bilden grüne Matten die Kulisse, bei Höhenmeter 1000 kam die erste der laufend durchnummerierten Spitzkehren, die Nummer 48, dann Nr. 47, 46, 45 …. etc., diese mussten immer schön am linken oder rechten äußersten Fahrbahnrand angesteuert werden - der bekannt große Wendekreis der Traction führte zwangsläufig zu diesem Manöver - und immer kräftig Signal gebend, um bergab fahrende Fahrzeuge wegen des Vorrechtes des bergwärts Fahrenden zu warnen. Gomagoi ( 1.256 m ) – noch 18,5 km -, hier zweigt die Strecke dann ins Trafoier Tal ab. Hinter dem Ort wurde bei Sonnenschein Mittagsrast mit einem letzten Blick in das Suldental und auf die es einrahmenden Dreitausender gehalten. Die Sonne verlockte die Liegestühle aus dem Kofferraum von „Jean-Marie“ zu holen. Aufgrund der Höhe ließ die Lufttemperatur hierfür allerdings nur ein windgeschütztes Plätzchen zu; wir hörten von Wanderern dann die neuesten Wetterdaten für den Nachmittag für die Ortlerregion, – diese waren nicht sehr optimal – wir packten ein und starteten zu unserem Aufstieg. Bei 1547 Höhenmetern kam der Ort Trafoi und noch 14 km bis zur Passhöhe – Kehre 44 bei 1643 m / Nr. 36 bei 1763 m / Nr. 35 bei 1786 m - immer schön eine Kehre nach der anderen.

Dreimal schrappte es in den Kehren über die Fahrbahn (der Auspufftopf war es, wie sich dann später herausstellte), und es ging im 2. und teilweise im 1. Gang immer höher hinauf, die Zahlen der durchnummerierten Kehren wurden mit jeder niedriger – die 2000 Höhenmeter waren bei der Nr. 30 überschritten, der Blick auf den Ortler ( 3905 m ) mit seinem Gletscher kam faszinierend ins Gesichtsfeld; ab Nr. 21 befinden wir uns bereits weit über der Baumgrenze und selbst das Gras wächst hier nur noch spärlich; bei 2189 m erreichen wir das Hotel „Franzenshöhe“ – nur noch 7 km bis oben - und weiter geht es im 1. Gang aufwärts, mit jeder Kehre wird die Landschaft schroffer und steiler. Schwere Mauern stützen die Hänge ab, nur noch nackter Fels begleitet uns. Nach einer Biegung blickten wir durch die Windschutzscheibe auf die vor uns 600 Meter steil aufragende Felswand, dem eigentlich spektakulärsten Teil der Strecke mit der im Zick-Zack nach oben führenden Paßstrasse. In Kehre 12 befinden wir uns auf einer Höhe von 2463 Metern. Die dünne Luft macht sich bei der Motorleistung deutlich bemerkbar, aber es ging trotzdem gleichmäßig im 1. Gang der Passhöhe entgegen. Größte Aufmerksamkeit und eine vorausschauende Berechnung gilt jedem Überholvorgang von gegen den Berg ankämpfenden Radfahrern und davon sind einige auf der Strecke. Dann in der vorletzten Kehre mit der Nr. 2, einem zu Tal fahrenden Automobilisten (!) war anscheinend das Vorrecht des bergwärts Fahrenden nicht bekannt, und er zwang uns in der Kehre zum Anhalten und Zurückrollen aus derselben, selbst war er nicht fähig, rückwärts fahrend Platz zu machen. Dieses hatte zur Folge, dass der Motor ausging; Handbremse anziehen, ganz ruhig werden, mit Bedacht sich ganz schnell an die vor 46 Jahren in den Fahrstunden im Gebirge gelernten Handgriffe und Abläufe erinnern:

(1.) Handbremse voll anziehen, notfalls einen größeren Stein hinter das Hinterrad legen;
(2.) mit Vollgas starten, der Motor wurde wieder zum Leben erweckt, mit halber Gasstellung - dünne Luft (!) - konnte er am Laufen gehalten werden und dann ……
(3.) gaaaaaaanz langsam und gaaaaaaanz vorsichtig mit der Kupplung kommen und Handbremse lösen.

Mit schleifender Kupplung und Vollgas ging es durch Kehre Nr. 2 und auf dem anschließenden geraden Stück wurde wieder soviel Schwung erzielt, dass die letzte Kehre, die mit der Nr. 1, glatt gemeistert wurde und dann, hurra, „Jean-Marie“ hatte es geschafft, wir waren oben auf der Passhöhe mit 2758 Metern. Die dort Anwesenden – sie hatten das Problem in Kehre Nr. 2 beobachtet, zollten ihren Respekt und Begeisterung für die erbrachte Leistung gegenüber unserem Oldtimer „Jean-Marie“.
Aussteigen zum obligatorischen „Beweis“-Foto – huch, hier war es aber verdammt kalt gegenüber unserer letzten Rast auf 1256 m Höhe – schnell noch eine Postkarte gekauft und weiter ging es auf der Westseite des Stilfser Joches hinab in Richtung Lombardei - Alta Valtellina / Valtellina / Bórmio. Nach 4,5 km Fahrstrecke und 270 Höhenmetern tiefer kam an der Cantoniersa IV – heute ein verlassenes Haus - der Abzweig zum höchsten Schweizer Pass, dem Umbrailpass ( 2508 m ), wir fuhren aber in Richtung Bórmio weiter, vorbei an der Kapelle San Rainieri, rechts neben uns stürzte der Braulio in einem imposanten Wasserfall über eine riesige, fast senkrechte Felsstufe in die Braulio-Schlucht ( Bocca die Braulio ), während wir dieselbe in engen Kehren, zwischen glatten Felswänden und Geröllfeldern nach unten fahrend, überwinden. Nach dem Passieren von 9 Natur-Tunnels und Lawinengalerien, der Braulio suchte derweil weißschäumend zwischen Felsbrocken im Talgrund seinen Weg, kamen wir wieder in die Baumzone, vorbei an Bagni di Bórmio (9 radioaktive Thermalquellen, mit je nach Jahreszeit unterschiedlichen Temperaturen von 38 – 42 ° C, von denen schon Plinius der Älteren im 1. Jahrhundert berichtet hat und in denen später dann die römischen Legionäre ihr Zipperlein kurierten), erreichten wir aus dem Valdisotto kommend Bórmio ( 1222 m ). Hier nach dem Zusammentreffen der drei Täler mit alpinem Charakter (Valdidentro – Valdisotto - Valfurva) öffnet sich das breite Veltliner-Tal nach Süden. Uns zog es in die wärmeren Gefilde und daher ging es weiter auf der S 38 dem Flusslauf der Adda folgend nach Süden. Die nächsten 24 km spielten sich hauptsächlich in 5 Tunnels und Galerien – die kaum, auch nicht in aktuellen Karten, verzeichnet sind – teilweise mit Kurven, der erste hatte eine Länge von mehr als 6 km, ab. Bei der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h hielten wir mit, doch trotz durchgezogener Mittellinie und Überholverbot zischte immer wieder ein ganz Schneller an uns vorbei. Wieder unter freiem Himmel suchten wir uns am Ufer der Adda einen Pausenplatz mit Blick „ Zurück“. Noch weitere 15 km, wir ereichten müde Tirano ( 441 m ), den Ort in dem sich die Endstation der von St. Moritz kommenden berühmten „Bernina-Bahn“ befindet. Einmal noch bei einem kurzen Stadtbummel die Beine vertreten, dabei in der Gelateria noch ein großes delikates Eis genießend, dann ordentlich die Dusche testen und tief und gut schlafen.

Rast im Veltlin

12. September
Donnerstag, 12.09., beim Verlassen von Tirano mussten wir an einem Bahnübergang anhalten und der roten von St. Moritz kommenden Bernina-(Schmalspur)-Bahn auf ihren letzten 100 Metern bis zur Endstation den Vorrang lassen. Weiter ging es auf der S 38 weiter im Valtellina in Richtung Sondrio. Neben der Straße verlief die gut frequentierte Bahnstrecke der italienischen Staatsbahn, deren Endpunkt ebenfalls Tirano ist. Nach der Einmündung der von Bozen herüberkommenden S 42/39 in Tresenda wurde der Verkehr merklich stärker, was sich dann an einer von Polizisten geregelten Baustelle in Sondrio deutlich zeigte.

Am Comersee

Beim Vorbeifahren an einem dieser Herren grüßte er „Jean-Marie“ durch Salutieren. In S. Agata war der Comer See erreicht, auf der S 340 A ging die Fahrt entlang des westl. Seeufers über Gera-Lario, Domaso, Dongo, Musso, weiter bis nach S. Maria Rezzònico. Hier war Mittagspause angesagt und am Seeufer, in der „Pensione Ristorante Sole“ auf dem Parkplatz standen viele Pkw’s und Lieferwagen, ließen wir uns verwöhnen. Die Küche dieser Adresse war vorzüglich und ist nur zu empfehlen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, noch ein Blick auf den Comer See und weiter ging es, in Menaggio verließen wir den Comer See in Richtung Westen und es ging wieder einmal mit Serpentinen den Berg hinauf in Richtung Lugano. Wo bekanntlich es hinaufgeht, geht es auch wieder einmal hinunter und so kamen wir an den Luganer See. Auf der stark befahrenen Uferstraße mit dem tollen Ausblick, der Lugano gegenüberliegende Monte San Salvadore ( 912 m ) kam langsam ins Blickfeld, ital. Zollstation – Tunnel - schweiz. Zollstation, dann lag Gandria unterhalb von uns, der sehenswerte, im Prinzip „autolose“ Ort mit seinen engen Gassen, schmalen Durchgängen und steilen Treppen.Noch einmal ging es durch den Berg mit Tunnel und Galerien, dann wurde das Ortsschild von Lugano-( Castagnola ) gesichtet, in mehreren Kurven und um die Hausecken herum kamen wir hinunter an das Seeufer. Na, da stand ja schon ein Hotel und meine „Beifahrerin“ zog Preiserkundigungen ein, na ja, da wir nicht Rockefeller sind und uns nur ein altes Auto – entschuldige „Jean-Marie“ – leisten können, waren uns für das Doppelzimmer 340,00 CHF und den Stellplatz für unser Schätzchen auf dem hoteleigenen Grund und Boden für 12,00 CHF pro Nacht, wir hatten eigentlich vor einige Tage hier zu verweilen, etwas zu viel. Während meiner Wartezeit in der Traction hatte ich unter dem vor mir stehenden Straßennamenschild den Hinweis auf ein Albergo und eine Pension entdeckt; also weiter in die weisende Richtung.
Wir fuhren wieder vom Wasser weg und es ging langsam wieder bergan, was uns nicht so recht gefiel, denn wir wollten nicht jeden Tag „Jean-Marie“ in der fremden Stadt bewegen. Mittlerweile waren wir in dem am Berg liegenden Stadtteil Viganello angekommen, Bushaltestelle, rechts ran und in der kleinen Tagesbar einmal fragen. Antwort: Mögen sie denn ruhig und direkt am Wasser wohnen, dann kann ich ihnen einen Tipp geben. Der 1 CHF für das Telefonat lohnte sich wirklich, das benötigte Doppelzimmer - mit Seeblick und Balkon – zum Preis von 79,00 CHF pro Nacht war frei. Auf einem Stadtplan wurde uns der Weg gezeigt und markiert und los ging es wieder in Richtung Castagnola bis zu einem Punkt - Bushaltestelle „ San Domenico“ wie wir später feststellten – hinauf, dort halbrechts in die durch parkende Fahrzeuge im Prinzip nur einspurig zu befahrende Straße - Via Cortivo.

Fischers Seehotel

Parkanlagen mit Villen ober- und unterhalb der Straße, dann wieder eine Ansammlung älterer Häuser ( San Domenico ), sicherheitshalber einmal Passanten nach „Fischer’s Seehotel“ fragen und wie weit es mit dem Auto noch bis dahin sei; die Antwort lautete und war auch fast richtig: Noch 500 m bis zum Parkplatz und weiter geht es nur mit dem Schiff. Na, das sind ja schöne Aussichten, aber schaun’ wir mal……

Parkplatz mit Wendehammer und Parkscheinautomat erreicht, Hinweisschilder zu „Fischer’s Seehotel“ - einem idyllischen kleinen Hotel – und dem Parco degli Ulivi ( Park der Olivenbäume ) am Anfang eines Fußweges mit der Bezeichnung „Sentiero di Gandria“, gesichtet. Er führte bis nach Gandria am Seeufer entlang und weiter bis nach Italien . Ich blieb als Stallwache im Auto sitzen und meine Reisebegleiterin ging auf Erkundungstour. Nach einer kleinen Weile kam sie in Begleitung eines einen Fahrradanhänger schiebenden Hotelangestellten zurück, …. Zimmer ist Klasse, hier bleiben wir…. und es ging ans Aus- und Umladen des Gepäcks auf den Anhänger. „Jean-Marie“ bekam einen Parkausweis für die „blaue Zone“ hinter die Windschutzscheibe und wurde auf eine blau markierte, kostenlose Parkfläche - die gebührenpflichtigen hatten eine weiße - umgestellt. Hier durfte sie sich nun die nächsten 5 Tage mit Blick auf den Luganer See und den Monte San Salvadore ausruhen und von den Erlebnissen der bisherigen Reise träumen, sich anschauen und bewundern lassen. Nach 5 minütigem, idyllischem Fußweg am Seeufer entlang war das kleine Hotel erreicht, und die Seele konnte baumeln.

13. - 17. September
13. – 17.09., „Jean-Marie“ stand in der Sonne in der blauen Zone auf dem Parkplatz und träumte, und wir kamen jeden Morgen und am Nachmittag bei ihr vorbei, wenn wir zur oder von der Bushaltestelle „San Domenico“ der Linie Nr. 1 gingen/kamen. Wir hatten nämlich beschlossen, unsere Exkursionen ( Besuch der Altstadt, Floh-/Antiqitätenmarkt, Schaufensterbummel mit „Geldwechsel“ mit den öffentlichen Stadtbussen, Besuch des Museums und Grab von Hermann Hesse und der Kirche Sant’Abbondio in Montagnola / Gentillino, mit dem Postbus, die Auffahrt zum Luganer Hausberg, dem Monte Bré mit seinen 933 Höhenmetern und die Auffahrt von der Altstadt zum hochgelegenen Hauptbahnhof mit der Funicolare (Standseilbahn) zu absolvieren. Am Sonntag wurde sogar gänzlich auf ein Transportmittel verzichtet und wir wanderten bei 30 ° C von unserem am „Sentiero di Gandria“ (Weg nach Gandria) gelegenen Hotel in San Domenico auf diesem am See entlang – mal 5, mal 10 und auch mal 50 Meter über dem Wasserspiegel –nach Gandria, zu diesem im Prinzip autolosen, alten „verwunschenen“ Ort mit seinen schmalen Gassen, Durchgängen und Treppen. In einer feinen Boutique kam es wieder zum „Geldwechsel“ – fällt eben im Urlaub leichter – und der Anregung zu weiteren Begehrlichkeiten, aber davon später. Diesen Sonntag ließen wir bei Kerzenschein und einem guten Tropfen „Roten“ im „Elvezia al Lago“, liegt ebenfalls am „Sentiero di Gandria“ – Hotelgäste werden mit echt „Tessiner Ruderboot“ von San Domenico abgeholt (!) - auf der Terrasse ausklingen.
18. September
Mittwoch, 18.09. es hieß die Koffer wieder auf dem Fahrradanhänger verladen und vor zum Parkplatz, dort stand „Jean-Marie“, auf uns und neue Taten wartend. Das Gepäck einladen – es war ja wieder etwas mehr geworden -, Motorhaube auf, Batterie angeklemmt, den Vergaser mit Benzin aus der Handpumpe versorgt, das „Antivol“ (Diebstahlsperre) aus der Schaltkulisse entfernt, Zündung ein und Starter gezogen und, was „na und“, der Motor sprang sofort an, hiermit waren alle Stimmen im Hotel gestraft, die da etwas von „Standschäden“ glaubten sagen zu müssen. Los ging es, vor bis zur Bushaltestelle und dann nach rechts - nicht nach links unserer eigentlichen Fahrtrichtung - in Richtung Gandria, da war doch noch was, siehe Sonntag. Die „Geldwechselgeschäfte“ in Gandria wurden getätigt, nochmals ein letzter Blick vom Parkplatz oben hinab auf den grünen Luganer See und los ging es wieder zurück nach Lugano ( 271 m ), dann durch die Stadt, immer der Wegweisung „San Gottardo“ – diese galt für die Autobahn wie auch die Straße zum Gotthard - folgend, vor der Auffahrt zur Autobahn natürlich kein Hinweis „San Gottardo“ auf blauem Grund ( Straße ) mehr, sondern auf blau nur der Name eines folgenden Ortes. Aber wir erkannten diesen Trick, der uns auf die kostenpflichtige Autobahn locken sollte; „Jean-Marie“ fährt nämlich lieber – wie sie mir einmal anvertraute - Straße als Autobahn. Es ging immer neben der Autobahn in Richtung Norden, über den Monte Cerini ( 554 m ) hinab ins Tal des vom Gotthard kommenden Ticino nach Bellinzona ( 227 m ), weiter auf der N 2 bis Biasca ( 301 m ), hier bogen wir nun ins Tal des Brenno mit Ziel der neuerlichen Überquerung des Alpenhauptkammes nach Norden“ über den „Lukmanier Pass“ (Passo del Lucomagno) ab. Das zu durchfahrende, landschaftlich ansprechende „Val Blènio“ ist relativ unbekannt, da die Überwindung des Passes als unspektakulär gilt, dieses machte sich auch dergestalt bemerkbar, weil es kaum Möglichkeiten für ein Mittagessen gab, oder wir fanden keine. Wieder ging es auf gut ausgebauter Straße immer stetig bergan, wir durchfuhren Orte mit den Namen Chiesa, Malváglia, Motto, Dóngio, Lottigna ( 630 m ), Olivone ( 890 m ), Dangio, Aquila. Nach Olivone ( 890 m ) kamen im Valle del Lucomagno 19 einsame, in einer herrlichen Landschaft gelegene Kilometer, auf denen es bis zum Hospiz die Höhe 1914 Metern zu erreichen galt; aber die Straße stieg noch weiter an, der heute höchste Punkt der Strecke von 1972 Metern (!) liegt versteckt, 1,2 km weiter in Richtung Disentis, in einer nicht optimalen Galerie. Trotz strahlendem Sonnenschein hier oben ließen wir die geplante Pause auf der Veranda des Hospizes ausfallen, wir waren doch noch andere Außentemperaturen gewohnt und zogen es vor, nach Disentis ins Tal des „Vorderrheins“ hinab zu fahren. Auch auf dieser Seite des Lukmanier Passes ging es im „Val Medel“ auch wieder recht einsam zu, zuerst kam der Stausee „Lago da Sontga Maria“ mit dem recht imposanten Blick von seiner Staumauer, dann kaum Orte die wir passierten, Sogn Gions ( 1600 m ), Curaglia, die „Höllenschlucht“, dann Disentis/Muster (1143 m ). Als erstes grüßte uns das monumentale Klostergebäude (Gründung um 700, die Stammzelle des grauen Bundes = Graubünden) und wieder die roten Züge der Schmalspurbahnen, der „Rhätischen Bahn“ und der „Furka-Oberalp-Bahn“. Im Ort bogen wir auf die N 19 ein und folgten dieser in östlicher Richtung, dem jungen „Vorderrhein“ folgend. Wir passierten die Orte Somvix, Rabius, Trun ( 852 m ) – hier wurde Alp/m-Abtrieb festlich gefeiert, nur die Hauptdarsteller, die aus dem „Urlaub“ zurückgekehrten, geschmückten Kühe hatten sich schon auf den Heimweg in die Ställe gemacht – also weiter, Tavanasa, Rueum, Ilanz ( 702 m ). Hier wurde Quartier gemacht, „Jean-Marie“ stand in der Garage neben dem Oldie ( DB-Pagode ) des Hausherrn. Da uns auf dem abendlichen Spaziergang in den altertümlichen Ortskern – Ilanz war schon zu grauen Vorzeiten ein bedeutender Handelsplatz – die klimatische Umstellung ( nur noch 6 – 8 ° C ) stark zu schaffen machte, fiel dieser relativ kurz aus und das Bett wurde aufgesucht.

Montagnola


In Gandria

Auf dem Lukmanierpass


   
19. September
19.09. – vor Sonnenaufgang um 06:05 Uhr wurden wir wach, unser Zimmer war durch ein unwirkliches rotes Licht erleuchtet, die hohen Wolken am Himmel wurden von der aufgehenden Sonne unnatürlich rot-orange illuminiert, im Gebirge ein untrügliches Zeichen für einen kommenden Wetterumschwung, wie er dann auch tatsächlich relativ schnell kam. Also Abfahrt in Ilanz, dem Rheintal die nächsten 50 km bis Tamis weiter abwärts folgend, aber nach Laax und Flims ( 1103 m ) ging es erst noch einmal wieder 400 Meter höher. Übrigens am 07.-08.09 machte die Gruppe Nord des Schweizer Citroen Traction Avant Clubs (CTAC) mit 10 Tractionen diese Gegend unsicher, sie besichtigte u. a. in Ilanz das Uhrenmuseum von Gieri Darms und übernachtet wurde in Laax im Hotel Laaxer Hof. Ich versuchte in Laax mal so schnell auf der Durchreise in der CITROEN-Garage “Cristallina“ von Heinz Welter – vor seiner Werkstatt lockte eine Traction BL – den fälligen Abschmierdienst durchführen zu lassen. Leider waren aber beide Hebebühnen mit nicht rollfähigen Fahrzeugen belegt, so dass die Arbeiten erst am Nachmittag hätten durchgeführt werden können, also weiter. Tamins, noch 9 km bis Chur, durch Domat/Ems und dann kam schon das Ortsschild von Chur ( 595 m ), die große CITROEN-Garage Auto-Wattenhofer AG wurde gesichtet, auf das Gelände gefahren und „Jean-Marie“ ordentlich in der Reihe geparkt. Auf meine Wünsche angesprochen, gab ich einen „1000 km-Citroen-Abschmierdienst“ in Auftrag, ein etwas ungläubiger Gesichtausdruck bei meinem Gegenüber und seine Antwort war, bei einem Citroen gibt es so etwas nicht. Ich antwortete mit dem Hinweis auf die Betriebsanleitung und sein Blick über meine Schulter nach draußen, er sah ein japanisches Fahrzeug, „Jean-Marie“ wurde für ihn durch einen Pfeiler verdeckt, erzeugte noch mehr Unverständnis. Ich machte ihn dann aufmerksam, dass es sich um das dort stehende schwarze Auto mit den gelben Rädern handle, nun erhob er sich und sah um den Pfeiler herum und alle Missverständnisse waren mit einem entsprechenden „Hallo“ beseitigt. Umgehend kam ein Monteur mit großer und kleiner Fettpresse und Oelkanne nach draußen, „Jean-Marie“ wurde auf eine befahrbare Hebebühne gefahren und los ging das Abschmieren mit Suchen der Nippel unter Zuhilfenahme der Betriebsanleitung. Meiner Beifahrerin wurde zur Überbrückung der Wartezeit ein Kaffee serviert. Sie entdeckte dann in einem zweiten Ausstellungsraum das „Spielzeug“ des Chefs, Herrn Wattenhofer, einem Rallyefahrer. Ein Schmuckstück von einer äußerst gepflegten blauen „Ente“ war u.a. zu bewundern. Ich wollte in Kaufverhandlungen treten, doch leider war das edle Gefährt unverkäuflich, wieder einmal Pech gehabt, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Nachdem unser Reisegefährte wieder ordentlich versorgt war, fuhren wir weiter rheinabwärts. 15 km bis Landquardt, dann Maienfeld ( 502 m ) – Tankstopp – und die ersten Regentropfen fielen auf die Windschutzscheibe – siehe der Sonnenaufgang (!) und der Regen hatte uns erwischt. Es ging wieder einmal kräftig bergauf ( 11 % Steigung ) durch das Erholungsgebiet „Heidiland“ zum St. Luzisteig ( 713 m ), um dann durch die alte Wehranlage „St. Luzisteig“, die einzige vollständig erhaltene historische Sperranlage der Schweiz aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ( erbaut 1850- 1860 nach den Plänen des Generals Dufours ) zu fahren, heute Waffenplatz = Ausbildungsstätte des schweizerischen Heeres, und hinab nach Balzers (Lichtenstein), wieder an den Rhein und Vaduz gelangend. In Feldkirch ergossen die Wolken ihren gesamten Inhalt, es schüttete auf die Erde, und weiter ging es in Richtung Bodensee. Nach Bregenz und Lindau war der nächste Halt in Bösenreutin angesagt, hier wurde der Bestand an Selbstgebranntem auf einem Bauernhof – das Leergut war die gesamte bisherige Tour im Kofferraum mitgefahren – ergänzt; „Jean-Marie“ kannte den Weg hierher schon. Eigentlich wollten wir uns nach der Regenfahrt nun nach einem Quartier umsehen. Im Gespräch erfuhren wir, dass am morgigen Tag in ( Oberstaufen- ) Talkirchdorf der traditionelle „Alpabtrieb“ stattfindet. Da unsere nunmehrige Reiseroute ab hier sowieso in östlicher Richtung führte, wurden die nun wieder mit Hochprozentigem gefüllten Flaschen verstaut und weiter ging es bei auch wieder einsetzendem Regen 45 km über die Alpenstraße, das Rohrach mit seinen bekannten und nummerierten 7 Spitzkehren hinauf nach Scheidegg und über Oberstaufen nach Talkirchdorf. Hier stellte sich die Zimmersuche als absolut erfolglos wegen des morgigen Festes dar, aber im nächsten Ort ( Konstanzer ) bekamen wir für „Jean-Marie“ eine Garage und für uns ein Zimmer.
20. September

Freitag, 20.09. - nach einem guten Allgäuer Frühstück ging es mit „Jean-Marie“ in den Nachbarort Thalkirchdorf zum Alpabtrieb ( auch unter dem Namen Almabtrieb bekannt ), viel Volk und eine durch Zuschauerautos verstopfte Straße, aber die örtliche Feuerwehr hatte alles im Griff und leitete sie auf eine zum Parkplatz umfunktionierte Wiese. Uns, Jean-Marie, meiner Frau und mir wurde ein Halt mit den Worten geboten „so etwas Besonderes - gemeint war natürlich „Jean-Marie“ - bekommt einen besonderen Platz“ – und wir wurden auf einen „Spezial-Parkplatz“ direkt im Ort geleitet. So und dann begann das Warten auf 478 „Rindviecher“, die in einzelnen Gruppen von 7 Alpen herunter ins Tal kamen ( Anmerkung: Im Allgäu spricht man nicht von der Alm, sondern von der Alp ) und wie schriftlich auf der Tafel am Baum verkündet, kam um 9:30 Uhr die erste Herde mit 108 prächtig geschmückten Tieren, dann kam die zweite Herde usw. usw.. Die Tiere und ihre zweibeinigen Begleiter benötigten teilweise bis 6 Stunden, bei leider herrschenden Regenschauern, für den Weg ins Tal.

 

Rechts: Ein Alpabzug wird angekündigt:

21. September
Samstag - 21.09. – Wieder wurde das Gepäck in Jean-Marie verstaut und es ging am Alpsee die 8 km in Richtung Immenstadt los, nach nur 2 km kam der große Stau vor Immenstadt, wo heute Alpabtrieb war. Im Hotel beim Frühstück hatte uns der Ober bei der von uns geplanten Fahrtroute bereits vor diesem dort zu erwartenden Stau gewarnt und eine Ausweichroute ab Bühl/ Alpsee um Immenstadt herum empfohlen, nur standen wir erst einmal und mussten immer wieder geduldig warten, um zu dem „Abbiegepunkt“ zu gelangen. Ab dort ging es dann – Ortskundigen nachfahrend – zügig voran und bald fuhren wir auf der anderen Seite von Immenstadt an dem uns nun entgegenkommenden Verkehr ( Stau ) vorbei. Der Regen verschonte uns an diesem Tag und wir fuhren durch das Allgäuer Voralpenland über Stein, Rettenberg, Wertach, Nesselwang, Seeg, Roßhaupten, Steingaden zur „Wieskirche“. Von dort ging es weiter den Fluss Ammer in seiner Schlucht auf der Echelsbacher–Brücke überquerend durch Bad Bayersoien, Saulgrub, vorbei an Oberammergau, durch Ettal, durch den Farchant-Tunnel, Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald, was wir im Jahr zuvor bei strahlendem Sonnenschein erlebt hatten. Leider fing es am Abend dann wieder an zu regnen und es war auch empfindlich kühler geworden.
22. - 23. September
22. und 23.09. – Mittenwald – meine Ex-Verlobte ( Verlobung bereits vor 37 Jahren gelöst ! ) und Beifahrerin hatte nach unserem letztjährigen „stop over“ an diesem schönen Ort, dem „sonnigen (!) Mittenwald“ - siehe Urlaub 2001 – den Wunsch geäußert, hier zwei Tage zu verbringen, also gesagt, getan. Sonntagmorgen, alles grau in grau, draußen lausig kalt und die Karwendelspitze, wenn die Wolken aufrissen, ziemlich weit herunter mit Neuschnee bedeckt. Verkehrsfunk meldete diverse Verkehrsbehinderungen wegen blockierter Straßen auf Grund durch Schneelast umgestürzter Bäume im Allgäu, eben dort wo wir am Vortag gefahren waren. Die Wieskirche war aus diesem Grund den ganzen Sonntag nicht erreichbar und am Abend im Fernsehen wurden Kühe auf verschneiten Wiesen, dort wo wir am Vortag gefahren waren, gezeigt. Also gelangte die wetterfeste Kleidung und der Regenschirm zum Einsatz. Am Montagmorgen war die Schneegrenze am Karwendel noch weiter herab ins Tal verschoben, das Wetter blieb genauso grauselig wie am Vortag, nur ein guter hausgemachter „Jagertee“ und der „Geldwechsel“, auf das der Kleiderschrank zu Hause weiter gefüllt werde,
verbesserte die Stimmung.
24. September
Dienstag - 24.09. – Abreise von Mittenwald, die Schneegrenze war bis fast ins Tal herabgekommen, noch einmal schnell die 4 km zum Tanken nach Scharnitz ins Österreichische hinüber – Ersparnis pro Liter 16 Cent – auf der Rückfahrt über den Scharnitzpass ( 964 m ) regnete es nicht nur in Strömen, sondern der Scheibenwischer musste auch mit Schneeflocken kämpfen. Jetzt hieß die Devise, nur abwärts in tiefere und wärmere Gefilde. Krün, Wallgau durchfahrend, entlang am wolkenverhangenen Walchensee ( 802 m ), die 5 km Kesselbergstraße hinab zum Kochelsee ( 600 m ), Benediktbeuren und dann auf die Autobahn ( A 95 ) in Richtung München mit einem Abstecher über Starnberg nach Gauting und weiter nach München ins Hotel, schnell das Reisegepäck ausgeladen und gleich weiter, nein nicht zur „Wies’n“ oder Oktoberfest, zu unseren Kindern und Enkelkindern, denn wir wollten endlich Lukas, unseren Enkel Nr. 2, persönlich in Augenschein nehmen. „Jean-Marie“ bekam einen warmen Platz zum Träumen in der Tiefgarage. Am Abend fuhren wir dann bequem und zufrieden mit der S-Bahn zurück ins Hotel.
25. - 26. September
25. und 26.09. war für Oma und Opa vorrangig Beschäftigung mit unseren Zwergen Niklas und Lukas angesagt.
Am Abend – 26.09. – es um 19:00 Uhr war wieder einmal Abschiednehmen angesagt und es ging zur Verladung auf den Autoreisezug nach Hamburg.
27. September
Freitag - 27.09. – pünktlich um 7:20 Uhr war die Fahrt mit der Eisenbahn in Hamburg/Altona zu Ende, „Jean-Marie“ sprang nach einer empfindlich kalten Nacht sofort an, herunter von der Lore, Handgepäck hinein und ab ging es durch den morgendlichen Berufsverkehr in Hamburg
Richtung Lüneburger Heide. Um keine Hektik aufkommen zu lassen, ging es über Landstraßen in Richtung Soltau. Bei einem Heidebäcker wurde unterwegs für ein Frühstück zu Hause mit frischen Brötchen und einem deftigen Heidebrot angehalten, so dass wir um 10:21 Uhr, nach 23 Tagen und viel Erlebtem, 1.478 pannenfrei gefahrenen Kilometern, bei einem Verbrauch von ¾ ltr. Oel und 11,78 ltr. Benzin auf 100 km, gesund und wohlbehalten wieder zu Hause zum Stehen kamen.

 

*) 48 + 34 = 82 (Spitz)-Kehren und 2758 m ü. M. – „Stilfser Joch“


Vergleiche auch die übrigen Beiträge von Uwe Rompalski:

Uwe Rompalski stellt sich und seine Traction vor

Urlaub 2001


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