Citroën 11BL 1951
Peter Ritschard, Ittigen

Steckbrief meines schwarzen Ungetüms:
Typ: 11BL
Jahrgang: 1951
Chassis-Nr: 560065
Farbe: Schwarz (muss doch sein!)
Rost: fast nichts mehr

Oldtimer zieht Oldtimer!

Wie eine fixe Idee Gestalt annahm

Vor nun einigen Jahren fuhren mein Kumpel und ich an einer Garage vorbei, vor der ein altes Auto stand. Erraten: ein Citroen. Interessiert haben wir es betrachtet um dann gleich wieder weiterzufahren. Und doch hat es mir dann keine Ruhe gelassen - die Form des Autos blieb einfach in den Hirnzellen hängen...

So begann dann schliesslich eine vorerst noch nicht allzuheftige Suche - natürlich nur interessehalber - nach einem Traction avant. Mein Bruder, ein leidenschaftlicher Autowerker, warnte mich eindringlich, dass ein altes Auto viel viel Zeit benötigt und auch nicht wenig kostet. Doch er war es, der mich eines Tages anrief, er könne einen alten Citroen in Frankreich recht günstig kaufen. Gemeinsam haben wir das Auto angeschaut und auch eine kleine Probefahrt machen können. Und so war es unausweichlich, dass ich nach einigen Tagen stolzer Besitzer eines Citroens war (Legere, 1951). Mit meinem Landrover (Jahrgang 1970) als Zugsfahrzeug konnte ich dann das Auto in die Schweiz importieren. Dies war 1996. Sodann begann ich hochmotiviert mit den nötigen Arbeiten.

Als erstes machte ich mich daran, das Bremssystem komplett neu auszuwechseln (man musste das Bremsen so richtig langfristig planen). Da ich nicht soviel von Automechanik verstand, wurde es nicht ganz so einfach, die Arbeiten selber auszuführen. Vieles ging langsam und natürlich machte ich viele Fehler. So kam es wie es halt kommen musste: die Motivation schwand, da kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht war. Die Zeit ging vorrüber und der Citroen wartete geduldig in der Garage. Etwa zweimal jährlich packte es mich dann doch wieder, die Schraubenschlüssel wedelten und doch kam ich nicht weiter.

Ein Kollege von mir hatte dann die entsprechene Rettung: er kennt in der Firma jemanden, der einen kennt, der... Und somit kam der Kontakt zustande zu den Brüdern Torche in Fribourg. Beide besitzen je einen Traction avant. Nun war es wirklich die beste Lösung, das Auto in fremde Obhut zu geben, jemandem, der weiss was er macht. Nur ein halbes Jahr später war es soweit, mein Citroen war soweit fertig (an dieser Stelle: herzlichen Dank nach Fribourg!). Ein paar Roststellen waren noch zu flicken, das Licht einzustellen. Ein Garagier aus der Umgebung übernahm diese Arbeit (hat selber natürlich auch eine Traction) und so kam dieser Zeitpunkt, auf den ich schon so lange gewartet haben: die MFK-Vorführung. Nervös und gespannt ging ich hin: schon nach 60 Sekunden Betrachtung kam eine Bemerkung vom Experten "die beiden Rückleuchten sind nicht identisch" und da dachte ich: das kann ja heiter werden! Die Zeit verstrich, der Experte klopfte, äugte und inspizierte und ich kaute derweil auf den Fingernägeln. Nachdem meine Hand schon fast abgeknabbert war, die Karrosserie beschaut, das Licht kontrolliert, die Bremsen erbremst ging's ab ins Freie zur Fahrzeugwaage und zum Autovermessen (man könnte ja eine Strecklimousine vorführen). Nach langem Bangen das Resultat: ok! Und wer hätte es geglaubt: sogar als Veteranenfahrzeug! Da ging natürlich der Jubel los.

Nun ist bereits mehr als ein halbes Jahr vergangen und erste Probleme mit heissen Rädern (man sollte halt die Bremsen richtig einstellen?) sind überwunden. Nun sehne ich mich den heisseren Sommertagen entgegen, welche zu einer Ausfahrt locken. Hier und da fällt immer noch eine Schraube ab, das Interieur sollte auch noch gemacht werden - doch jetzt muss einfach 'mal gefahren werden! Und wenn ich dann noch einen geeigneten Gepäckträger für's Windsurfmaterial finde, ja dann ist die Sache perfekt!

Peter Ritschard

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