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Dem
Charme der Oldtimer erlegen
Adliswil:
Für Ruedi Bräuers Ohren sind Motorengeräusche Musik
Seit
bald zehn Jahren ist Ruedi Bräuer passionierter Oldtimer-Fan.
Sein Hobby ist ihm viel Freizeit und Geld wert, und regelmässig
trifft er sich auch mit Gleichgesinnten.
Hans
Lenzi

"Schon
mein Vater hat auf Citroën-Autos geschworen. Ihre französische
Anmut und ihre mechanischen Eigenschaften hatten es ihm angetan.
Diese Neigung hat sich offensichtlich auf mich übertragen":
Dies die Einschätzung des Maschineningenieurs Ruedi Bräuer:
Was lag da näher, als sich selber einen besagten Autoveteran
zu kaufen...
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Fast
50 und noch voll im Schuss
Seit
1994 ist der Adliswiler im Besitz eines Citroën Traction
Avant 11 BL mit Baujahr 1952. "Heute kenne ich den Wagen
in- und auswendig, habe ich doch schon viele Teile komplett auseinander-
und dann wieder zusammengebaut. Als Maschinenfachmann fasziniert
mich die Konstruktionsart. Noch immer läuft das Auto prima",
freut sich Bräuer.
"Damals war dieses Fahrzeug eines der innovativsten: Die
Karosserie war aus Stahl und nicht aus Holz wie bei ähnlichen
Modellen, es war der erste Personenwagen mit Vorderradantrieb,
die Bremsen waren erstmalig hydraulisch unterstützt, die
Federung besorgten Torsionsstäbe statt Blattfedern, und auch
die sogenannten nassen Büchsen (auswechselbare Zylinderbüchsen
werden von Wasser umflossen) stellten ein Novum dar. Selbstverständlich
werden Ölwechsel, Einstellung von Zündung und Ventilen
sowie das Schmieren - bei dieser Automobilgeneration ist dies
regelmässig vorzunehmen - von mir vorgenommen" erklärt
Bräuer stolz.
In
Frankreich einSymbol
"Zusammen
mit meiner Frau Corinne bewege ich den Wagen regelmässig",
bestätigt Ruedi Bräuer, der im Nebenamt auch noch als
Präsident der hiesigen Jugendmusik amtet. "Zu Beginn
waren wir oft erstaunt und etwas verunsichert, weil uns so viele
Leute zuwinkten. Heute wissen wir, dass dies Zeichen von Sympathie
und Bewunderung fürs Auto sind. In ihrem Ursprungsland werden
diese Oldtimer wohlgelitten und stellen gleichsam ein nationales
Symbol dar, war es damals doch das Auto, das von der Résistance
in der Hauptsache verwendet wurde."
Selbstredend, dass das Ehepaar auch Mitglied des entsprechenden
"Citroën Traction Avant Club" (CTAC) ist. Der gut
300 Teilhaber umfassende Verein führt jährlich mindestens
vier Veranstaltungen durch, an denen sich nebst kulturellem und
kulinarischem Angebot viel Zeit fürs Fachsimpeln und Bewundern
der Wagen bietet. Ausserdem legt er entsprechende Fachliteratur
auf.
Mit
dem Auto auf du
"Achten
Sie auf die Motorengeräusche. Sie sind Musik in meinen Ohren
und helfen mir, das Gefährt optimal zu fahren. Ich höre
sofort, wenn etwas nicht stimmt. Zudem besitzen diese Autos noch
ihren typischen Geruch. Servohilfen sind natürlich unbekannt,
das Lenken und Bremsen verlangt schon etwa Kondition, sodass man
beispielsweise bei Passfahrten ganz zünftig ins Schwitzen
kommt", schmunzelt der Familienvater. Über einen entsprechenden
Schalter lässt sich überdies der Zündzeitpunkt
während des Fahrens verstellen und damit die Motorenkraft
beeinflussen. Die Gänge schliesslich sind nur teilweise synchronisiert,
das heisst, es muss noch mit Zwischengas gearbeitet werden. Eingelöst
als sogenanntes Veteranenfahrzeug, darf das Ehepaar mit ihm jährlich
rund 3000 Kilometer abspulen; dafür muss der Wagen auch nur
alle sechs Jahre vorgeführt werden. Und: Hat der Oldtimer-Begeisterte
noch Wünsche offen? "Ja, klar: Da existiert nämlich
so ein Langenthal-Cabriolet von derselben Automarke. Wer
weiss, vielleicht sieht man mich einmal damit in der Gegend herumkurven...
Das wäre der Hammer"
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