Citroën 11BL 1952 "Lacrice douce"
Adrian Blank

Citroën 11BL Jg 1952
Besitzer: Adrian Blank
Fahrgestell-Nr.: 261 217
Farbe: schwarz

Nun sind auch wir endlich stolze Besitzer einer Traction Avant namens „LACRICE DOUCE“.
Aber alles schön der Reihe nach:
Schon als kleiner Junge durfte ich mit meinem Onkel in seiner TA 11 BL (Jg unbekannt) ab und zu sonntags eine Ausfahrt machen.Dieses schwarze Ding faszinierte mich von diesem Moment an sehr und blieb nun ca 50 Jahre in meinem Hinterkopf.

2002 entdeckten wir am Oldtimer-Teile-Markt in Freiburg einen wunderschönen gemalten Traction-Kalender. Alsdann bestellte ich den Vorjahres und den Jahreskalender. Im Ge-spräch mit dem Kassier Udo Kenkel wurden wir auf die mögliche Mitgliedschaft im Club aufmerksam gemacht. Begeistert von dessen freundlicher Einladung traten wir bei.

Lustig, ein Passivmitglied zu sein mit zwei schönen Traction Modellen in der Vitrine (Klein aber oho!!). Genau so sollte die wirkliche TA aussehen, die bestimmt früher oder später un-ser Eigentum werden würde. Während all diesen TA-losen Jahren (leider reichte das Klein-geld noch nicht) trösteten wir uns mit dem Anschauen der diversen Angebote mit Bildern auf der Homepage des Citroën-Avant Clubs.
Die erste Begegnung
Am Tag X (2. April 2005) fuhren meine Freundin Rahel, mein Cousin Hans-Peter und ich mit den Motorrädern wieder ahnungslos an den Oldtimer-Teile-Markt nach Freiburg. Neugierig schauten wir von der Galerie hinab in die Halle und erblickten zwischen mehreren Oldtimern die schwarze Lady! Bis wir Sie erreichten dauerte es noch eine Weile. Wir nahmen Sie ge-nau unter die Lupe und waren von ihr bezaubert. Eine Natel-Nummer liess uns die Spur zum Besitzer verfolgen. Uii, der Besitzer meldete sich auf französisch! Rahel versuchte sich zu verständigen und war erstaunt dass der Herr aus Marly uns vorschlug, gleich bei ihm vorbei-zuschauen um das weitere Vorgehen zu besprechen. Flexibel wie wir sind, machten wir uns auf den Weg. Dort angekommen zeigte uns der Besitzer sämtliche Belege über gemachte Restaurationen. Er schwärmte davon, dass diese schwarze Schönheit ausschliesslich für Hochzeitsfahren hervorgeholt wurde. Er sprach wirklich liebevoll von ihr. Später, als die Lady in unserem Besitze war, öffneten wir den Kofferraum und staunten über den wunderschönen Kühlerschmuck aus Seidenblumen! Deshalb auch unsere Namenswahl „LACRICE DOUCE“ (Süsse Lakritze).
Obwohl bereits einige Interessenten vorhanden waren einigten wir uns im Preis mit dem Vorbehalt, Sie noch probefahren zu dürfen.
Diese Fahrt am darauffolgenden Montag überzeugte uns total, ja, dies ist unsere TA!
Am 11.04.2005 holten wir die rüstige Lady 11BL mit Jg 1952, (vier Lenze jünger als ich) in Marly ab und fuhren beinahe problemlos (nur 2x anschieben beim Losfahren und beim ersten Tanken, da die Batterie etwas müde war), nach Hause.
Weshalb die erste kleine Investition eine neue Batterie war. Da ich früher Automechaniker war, bin ich in der Lage einiges selber zu „schrauben“.
Die erste Pflege
Um ganz sicher zu sein, dass uns unsere Lady keine weiteren Aussetzer machen würde, fuhren wir später zu Albi Schorta um mit ihm ein gründliches Check-Up zu machen. Ausser ein paar Kleinigkeiten wie z. B. Schmieren und Salben, einem „Guten Tropfen Motoren- und Getriebe-Öl“, einem bisschen Zündungsutensilien auswechseln, fehlte unserer TA weiter nichts! Herzlichen Dank an Albi für seine kompetenten Dienste und guten Tipps für die zu-künftige Pflege unserer Lady.
Eine lustige Begegnung
Neulich fuhren wir gemächlich aus der Garage. Kinder spielten auf dem Vorplatz. Sie staun-ten unsere „Lacrice“ mit grossen Augen an. Ein kleines Mädchen fragte ganz andächtig: „Göht Dir ga hürate?“
Vielleicht wird sich dieses Mädchen einst in solch einer schwarzen Limousine zu seiner Hochzeit fahren lassen!? Genau so springt der Funke über, und die Faszination für diese tollen Autos geht von Generation zu Generation weiter.....
Seither haben wir schon unzählige Schönwetterfahrten in unserer „LACRICE DOUCE“ erlebt. Vielleicht begegnen wir uns einmal unterwegs?


Adrian und Rahel Blank-Spengler
Toffen, Januar 2006

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