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Eine Spanienfahrt im Jahre 1956

Auch wenn unter den Tractionisten viele schon im fortgeschrittenen Alter stehen, dürften nur wenige von eigenen Fahrerlebnissen im Jahr 1956 berichten. Louis Krähenbühl besass damals nicht nur den Führerschein sondern hatte auch den Mut, mit einem abbruchreifen Fahrzeug von Basel nach Spanien zu reisen.

Kann man von einem Durchschnittsalter der Tractionisten sprechen? Wenn man die Photos sieht, welche auf den Ausfahrten geschossen werden, sind die graumelierten Herren in der Ueberzahl.. sagen wir mal, dass dieses  Durchschnittsalter  so um die 50 ist, oder nyt?

Wie war der Strassenverkehr in der Schweiz Mitte der 50-er Jahre? Der geneigte Leser moechte sich  gerne in die damalige Zeit versetzen.  Der zweite Weltkrieg war noch vielen in Erinnerung,  Deutschland war kräftig im Wiederaufbau, in Basel gab es Grenzgänger, die jeden Tag mit dem Motorrad zur Arbeit kamen und abends wieder zurückfuhren, sie konnten 50 g Kaffee pro Tag poschten oder ähnlich.Im Jahre 1956 sang die Katharine Valente ihre Lieder "Bonjour Kathrin, bonjour, ihr Melodien, die dieser schöne Tag, mir bringt."     Die Lyss Assia war auch schon da,( die noch heute aktiv ist, wie man sagt) und sang, und im Radio hörte man Lieder wie: Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein, und Italiens, blaues Meer im Sonnenschein. Ferdi Kuebler und Hugo Koblet waren die Asse auf den Rennvelos mit Fausto Coppi und vielen anderen, Lelio Rigassi berichtete am Radio über die Tour de Suisse "jetzt fährt Riese Eugen Kamber und klein Fritzli Schaer", es gab Vivi-Cola. Dann setzte Coca Cola mit einer Riesenpropaganda zum k.o. Schlag gegen Vivi-Cola ein, und Vivi-Cola unterlag der Übermacht. Fernsehen gab es in der Schweiz noch nicht oder kaum, in Basel konnte man fernsehen, aber nur Sender von Deutschland und Frankreich. Man reiste in die Ferien, meistens  in den Süden nach Italien, oder nach Südfrankreich, einige wenige fuhren nach Spanien, welches touristisch damals noch wenig nicht erschlossen war.

Auf den Strassen fuhren neue Autos, neben unserer geliebten Citroën Traction Avant sah man die anderen französischen Marken wie Renault, Peugeot, Simca, die Italiener mit Fiat, Lancia, Alfa Romeo, die deutschen mit Opel, Borgward, Ford Taunus, und anderen, der Traumwagen war natürlich ein Mercedes, mindestens einen mit Dieselmotor, den 180er mit seinen 56 PS war zwar lahm wie eine Ente, aber man konnte mit ihm einige hundertausende Kilometer abspulen, und der Motor ging nicht kaputt, und er war erst noch gut weiterverkäuflich. Stau gab es noch keinen, aber Kolonnenfahren, weil man nicht überholen konnte.

Daneben aber fuhren noch etliche Vorkriegswagen herum, die alle den Krieg aufgebockt in der Garage oder in einer Scheune,ueberlebt haben, wie DKW, Adler - beide auch mit Vorderradantrieb - Steyr, Skoda,Engländer wie Austin Seven, Riley und viele mehr, ich will nicht alle aufzählen, sie sind doch bekannt.... Opel Olympia, Renault Juvaquatre und so fort, auch einige Amerikanerwagen wie Chevys,  Ford, Chrysler, Studebaker und andere Marken. Viele Neuautos der Nachrkeigsjahre  waren Nachbauten der Vorkriegsmodelle. Erst Anfangs der 50er Jahre kam dann der Umschwung. Die ersten Amerikanerwagen wurden überall bestaunt, auch der Besitzer, der sich einen solchen teuren Wagen leisten konnte.

Da gab es in Basel vier Lehrlinge, der jüngste war noch keine 18, der älteste 20, zwei davon 19. Wir wollen sie beim Namen nennen. Der Hansueli war der Drogistenlehrling, der Hanspeter - "Hanspele" genannt - und der Louis, beide zukünftige Kaufleute, und der Bernhard "Berny" war Photograph.

Drei   hatten das "Billié", wie wir Basler dem Führerausweis für Automobile sagen, im Sack.  In den drei knappen Ferienwochen, die Lehrlingen damals   zugestanden, wurden, hiess es...Auf nach Spanien. Ein Jahr vorher wurde ein alter Chevy 1934, der einem Vater von den  vieren gehörte, auf Vordermann gebracht, wie die Deutschen gerne sagen. Er hatte eine Wechselnummer. Bei einer Ausfahrt musste also Herr Papa mit seinem neuen Chevy 1950 zu Hause bleiben.

Der Wagen hatte eine hellblaue Farbe, auf den hinteren Türen stand:"Damenabteil", aussen auf der Hinterwand "Wer seinen Wagen liebt, der schiebt", was auch einige Male getan werden musste. Der Motor war am Ende und eine blaue Rauchfahne kam aus dem Auspuff heraus, es war nicht möglich, damit auf die grosse Reise zu gehen.
Also gut, Wagen verkaufen, war die Devise. Bei einer Probefahrt mit einem potenziellen Kaeufer hielt ein Polizist auf dem Motorrad den Wagen an, der Rauch war zu stark, er hielt die Hand ans Steuerrad, welches (im Stand) nachgab und ein mehr als zehn Zentimeter .Spiel hatte. "Jetzt faehrt Ihr aber sofort nach Hause und laesst ihn stehen", war die Weisung, die befolgt wurde. Der Wagen blieb dann in der Garage.
Was tun? mit diesem Chevy 34 konnte nicht mehr gerechnet werden.

Der "Hanspele"  war Lehrling in einer Autogarage, dort kaufte ein Kunde gerade einen Opel Kapitaen, damals der "deutsche Amerikanerwagen". - Seinen alten Buick 1934 gab er an Zahlung, und der stand zum Verkauf frei. - Fuer 350 Franken erstand  dann  der Louis den Wagen, hob das Geld vom Sparkonto ab, natuerlich ohne was seinem Vater zu sagen.
Im Maerz jenes Jahres wollten die Herren mal eine Ausfahrt wagen, der Wagen hatte keine Nummer, einfach, man lud einen Automechaniker der erwaehnten Garage ein, der kam mit der Wechselnummer unter dem Arm und schnallte sie auf den Nummernhalter, und auf ging es nach Genf an den Autosalon. Von der Ausstellung blieb nichts mehr im Gedaechtnis haengen, nur von der Nacht mit Schlafen im Wagen, und der Rueckfahrt anderntags, wobei die Wasserpumpe ihren Dienst versagte. Mit Ach und Krach und stetigem Kuehlwassernachfuellen, um ein Ueberhitzen zu uebermeiden, und mit der Batterie am "Arm", weil der Generator nicht mehr laden konnte, erreichte man die Garage.
So, jetzt eine neue Wasserpumpe, natuerlich Original, aus der damaligen Agence Americaine in Basel, diesmal bezahlte Hansueli das Ding, und ein Mechaniker, natuerlich wieder der erwaehnten Garage, montierte sie fuer 20 Franken, Stillschweigen musste gewahrt werden, weil es fuer ihn verboten war, private Arbeiten an Autos zu verrichten.
- Der Wagen wurde dann in der Garage von Hansueli, auf die Reise vorbereitet
  - Er wurde poliert, die Reifen mit Messer nachprofiliert, d.h. es wurde von Hand ein Profil in die abgewetzten Pneus geschnitten, bis fast auf die Leinwand (so hart waren damals die Braeuche),man fand einen alten Gepaecktraeger und montierte ihn auf dem Dach -Der geneigte Leser darf dreimal raten, woher er kam..
 Der Wagen hatte ein schoenes Schiebedach.,ueber die ganze Laenge - Es war herrlich, nachts von Basel nach Riehen mit offenem Schiebedach zu fahren. - Eine Blumenwase war am linken Tuerpfosten angebracht, und eine 8 Tage-Uhr oben an der Windschutzscheibe gab die Zeit an. - Er hatte ein Lenkschloss an der Lenkseule unten, und eine "cruise-control". man zog einen Knopf am Armaturenbrett heraus, und das Gaspedal ging ein wenig herunter, ging alles ueber ein Kabel, und man konnte im 3. Gang gemuetlich mit 60 KM pro Stunde bummeln..

Der Motor war ein Reihen-Achtzylinder. - Hoechstgeschwindigkeit war ca. 115 KM, Benzinverbrauch 22 Liter, Oelverbrauch bei Vollgas 1 L auf 100 KM. Die Auspuff-Rauchfahne war auch da, aber entsprechend kleiner, und kein Schugger hielt den Wagen an- Der Boden war aus Holz, der Wagen hatte ein Chassis und Carrosserie, Auf dem Trittbrett stand stolz "Body by Fisher",die Bremsen waren mechanisch und mussten von Zeit zu Zeit genau eingestellt werden, damit der Wagen beim Bremsen auch geradeaus fuhr und nicht auf eine Seite zog. - In den vorderen Kotfluegeln waren je links und rechts ein Reserverad eingekeilt, schoen mit Blech abgedeckt und mit einem Schloss gesichert. Die Farbe war ein elegantes Dunkelblau, -  Der Vergaser hatte ein starkes Ansauggeraeusch, das sich verstaerkte, wenn man Gas gab. - Die Winker links und rechts  vorne,wurden ueber einen Bakelitschalter, in der Mitte des Armaturenbrettes oben angebracht, betaetigt, nachts waren sie beleuchtet. - Das Nummernschild war hinten links beleuchtet, mit einem einzigen Stoplicht, auf der rechten Seite hinten war das auch nachts beleuchtete, CH-Schild. Die Sitze waren aus braunem Pluesch, schoen weich, und die hintere Scheibe hatte ein Rouleau, welches man herunterziehen konnte, was bei naechtlichen Ausfahrten mit Damen in den Wald sehr praktisch war. - Den Gepaecktraeger hinten konnte man aufklappen und ohne Gepaeckkoffer fahren, oder abgeklappt wurde der Metallkoffer aufgeschraubt.  - Das Benzin kostete damals 56 Rappen der Liter. - Die Batterie war unter dem Sitz des Fahrers angebracht. - Beim Zurueckschalten vom 3. in den 2. Gang musste man Zwischengas geben, wenn es dann kratzte im Getriebe, wurde geflucht, "Anfaenger"...und andere Schimpfnamen wurden ausgeteilt.- Die vordere Sitzbank war eng, hinten war es dann bequemer. - Der Wagen hatte ganze 2 Stromkreise, ueber 2 Sicherungen abgesichert.- Das erkannten wir aber erst spaeter, der geneigte Leser wird es noch erfahren.

Am 1. Juli war es dann soweit; die neue Nummer: BS 37523, wurde  stolz,, montiert der Wagen musste nicht mehr vorgefuert werden, da die Ausserbetriebsstellung weniger als ein Jahr zuvor war. Vorher zahlten wir Versicherung und Steuer.

Am Samstagmorgen wurde in in die Garage vom "Hanspele"gefahren, , der Wagen wurde abgeschmiert, und maenniglich sah sich diese Arbeit an, plus Oelwechsel, und bei der Zahlung  sagten  die Serviceleute:" Haut ab, Ihr seid ueberhaupt nicht hier gewesen"...

Stolz fuhr der  Louis  dann ins Geschaeft und stellte ihn frech vor der Firma ab, der Geschaeftsbesitzer sah den Wagen und meinte:  "Jetzt wird es besser, wenn der Lehrling mit einem groesseren Wagen als der Chef selber zur Arbeit faehrt" (Er hatte eine Traction 15 Six und einen Mercedes 220).

Steuer und Versicherung  wurde gemeinsam bezahlt  -Der Hanspele konnte eine Versicherung fuer nur 3 Monate abschliessen, zu einem Spezialpreis von Fr. 280.00,durch Beziehungen an seinem Arbeitsplatz.  Laenger  als 3 Monate konnten sie den Wagen nicht halten.( Durchschnittslohn eines Lehrlings damals, unter 100 Schdai)
 Dann sollte der Wagen noch getauft werden, man einigte sich auf den Namen:"" Caroline Chérie." - Es gab ein Fest beim Hansueli, Freundinnen und Freunde wurden eingeladen, die Taufpatin war Rosmarie K. ebenfalls Jahrgang 1934, und da  kein Geld fuer Champagner da war, musste eine Bierflasche herhalten.- Der Name wurde in silberner Farbe auf die linke, vordere Tuere gemalt.

Am ersten  Wochenende fuhr man aufs Land zu einem Gartenfest, und schon kam der erste Blechschaden,: der Louis fuhr nachts rueckwaerts in einen Vauxhall.  Der  Blechschaden von 350 Franken, zahlte die Versicherung (am Vauxhall natuerlich, am Buick nicht einmal einen Kratzer.) - Nachher entschloss man sich, wenn immer moeglich so zu parkieren, dass nur vorwaerts herausgefahren werden kann, weil man nach hinten nachts praktisch nichts sehen konnte.

Alles hatte grosse Freude am "motorisierte Gartehuesli", wie die Basler sagten, bei kleinen Ausfahrten brachte jeder fuenf Franken, dann wurde getankt und losgefahren.

Anfangs August war es dann soweit; vorher wurde  noch ein 20 L Oelkanister fuer den grossen Oeldurst des Motors gekauft, von einem Kollegen, dessen Vater Grossist einer bekannten Oelfirma in Basel war, zu einem Spezialpreis natuerlich. - Im Gepaeckkoffer wurde eine komplette Mechanikerkiste mit allen noetigen Werkzeugen (fuer Zollschrauben natuerlich) versorgt, eine alte Autolampe mit Kabel zum Anschliessen an die Batterei kam auch mit. - Unsere 4 Koffer kamen oben auf den Gepaecktraeger zusammen mit dem Zelt, und hinten wurden Luftmatratzen eingelegt. - Jeder brachte 500 Franken fuer die Reise mit, auf dem Kuehler das Schweizerfaehnli  und das TCS-Schild.
Als Abschiedslied wurde das Lied: Bonjour, Kathrin, bonjour ihr Melodien, die dieser schoene Tag, mir bringt, 
gesungen,  und los ging es ueber Genf - Annecy - Valence, wo wir nachts den ersten Pneu wechseln mussten, was ohne grosse Probleme geschah, hatten wir doch Reifenwechsel zu Hause ausprobiert. - Wir fuhren die ganze Nacht durch, 4 Stunden Fahrt fuer jeden, 4 Stunden als Hilfschauffeur mit Autokarte, die anderen schliefen hinten. - Auch der Hanspele durfte fahren, obwohl er noch keinen Fahrausweis hatte.

Im Rhonetal staunten wir ueber den Pont d,Avignon, und sahen einige franzoesische Oldtimer, ein Citroen Trefle ist dem Louis noch in bester Erinnerung.
In Perpignan auf dem Zeltplatz sah man aber das erste Problem: Die Federn der Hinterraeder waren komplett durchgebogen, das maximale Gewicht war klar ueberschritten. Der Hanspele zog seinen mitgenommen Mechanikerdress an zur Kontrolle. Er ist auf der Photti gut zu sehen.
Die Fahrt ging weiter, ueber den franzoesischen Zoll bei Cerbere nach Portbou.
Es soll noch erwaehnt werden, dass in der Schweiz sogenannte Benzincoupons fuer Spanien gekauft wurden, es gab nicht viel Benzin, musste dort eingefuehrt werden, und so tankten wir zum erstenmal dort Benzin an einer Tanksaeule, die noch keiner von uns je gesehen hat.
Von Hand wurde das Benzin in ein Schauglas gepumpt, um dann mittels Schwerkraft in den Tank gefuellt...
An der Kueste entlang ging es nach Lloret de Mar, schon damals ein bekannter Ferienort, wir blieben einige Tage, dann Weiterfahrt nach Barcelona, zu den Grosseltern von Louis, dessen Mutter eine Spanierin, bzw. Katalanerin war. Er war der Einzige, der Spanisch sprach.
Dort angekommen, wurde festgestellt, dass der grosse Oeltank leck war, und alle Teile im Koffer hinten im Oel schwammen, also weg und von da an, das billigste Motorenoel kaufen, in Glasflaschen kaeuflich. Jetzt aber hiess es, was tun mit der Federung der Hinterachse?
Der Onkel Francisco von Louis brachte den Wagen zu einem Federnspezialisten fuer Lastwagen, der einige Federblaetter auf jeder Seite einpackte, worauf der Wagen, unbeladen, den Hintern in die Luft streckte, beladen aber normal fuhr.
Der Berny war blond und hatte natuerlich entsprechend Chancen bei den Spanierinnen. Ueberhaupt hatten die Leute dort das Gaudi, vier junge Kerle mit einem grossen, alten Auto.
Der geneigte Leser moege sich einmal zurueck in die damalige Zeit versetzen...
Von 1936 bis 1939 war in Spanien der Buergerkrieg.Nach dem 2. Weltkrieg und  wurde es vom Westen boikottiert,wobei wir nicht auf die damalige Regierung eingehen wollen, weil da verschiedene Meinungen bestehen. eEinzig die Argentinier halfen mit Getreide und dem "corned-beef", Dosenfleisch.
, Spanien war ein Agrarland, die Industrie kam nur langsam auf Touren. Der Hanspele sagte, "Sieh mal, jetzt habe ich einen Fiat 1400 mit Schoffoer gesehen..".Es war der 1400 SEAT, das erste, in Spanien gebaute Nachkriegsauto, unter den Fittichen von FIAT Italien. Der Wagen ist heute ein gesuchter Oldtimer. - Alte Vorkriegsauto wurden noch vollrevidiert, man sah uebigens auf der Reise noch 2 bis 3 gleiche Buicks
.Die vier Lehrlinge wollten mal etwas erleben, also:
Wie waers mit einem Besuch in einem Nachtklub in Barcelona? Ein Cousin von Louis anerbot sich, man ging hin, viel zu frueh, einzig die Taenzerinnen waren da, welche nachher die Show gaben, aber bitte, kein Striptease, alles ganz anstaendig. Es wurde getanzt und die Damen konsumierten, bis der Hansueli zum Aufbruch mahnte und sagte, weg, sonst bleiben alle unsere Stuetz hier liegen, also das Lokal verlassen, bevor es richtig losging.
Weiter dem Meer entlang in den Sueden, immer auf Zeltplaetzen. - In Basel vor der Abfahrt erhielten wir eine Liste von allen oeffentlichen Zeltplaetzen in Spanien, auf einer Gestetner-Maschine vervielfaeltigt (Wer kannte diese noch), ein Abziehbildchen wurde auf die Windschutzscheibe geklebt "en viaje turistico", damit ja jeder weiss, es sind Turisten.
In Erinnerung war noch ein Deutscher, braungebrannter Familienvater mit einer Borgward Isabella, ins Gespraech gewickelt, kam heraus, dass er Pilot der Legion Condor war und JU 52 Flugzeugfuehrer, und eine Lektion ueber seine Fluege im spanischen Buergerkrieg gab.
Weiter ging es nach Valencia. Unterwegs mussten wir die Scheibenwischer austauschen gegen welche mit Federung, und hatten immer wieder Probleme mit der Benzinpumpe, es wurde die Membrane gewechselt, aber immer wieder gab es Probleme, weil die Pumpe den Moschd nicht genuegend aus dem Tank pumpte.
Schliesslich wurde einfach improvisiert,  die Pumpe bekam Kuehlung  mit einem nassen Lappen, oder man wartete, bis sich die Pumpe von selber abkuehlte.
Es war nachts in der Stadt, Castellón de la Plana, auf einmal....fuhr der Waqen nicht mehr, die Benzin-Pumpe war es nicht, also was...kein Licht...Man standen vor einem Haus, wo getanzt wurde, die Leute sassen draussen, ond der Benni fragte, ob er mittanzen duerfe, was man ihm gestattete, unterdessen kamen Spanier und halfen . Der Wagen, hatte 2 ganze Stromkreise  mit 2 Glas-Sicherungen, irgendwie gab es  einen Kurzschluss, Die Spanier loeteten zwei Draehte auf die Sicherungen, und wir konnten weiterfahren, alles um Mitternacht geschehen, Geld wurde keines angenommen...
Weiter ging es nach Valencia, dort wurde dere Kuehler gut durchgespuehlt. Auf den Zeltplaetzen angekommen, wurde der Gepaecktraeger abmontiert und auch der Koffer hinten, das Schiebedach nach hinten gezogen, und auf ging es, die Stadt zu erobern. - Granada war auch schoen, die Alhambra hat imponiert, es ging weiter und eine lustige Episode ist noch in Erinnerung.
Wieder einmal wollte die Beninzumpe nicht, man war schlechter Laune, da kam ein Chevy 51, hellgrau, mit Weisswandreifen und Zuerchernummer, worauf man frech den Wagen anhielt und um Hilfe bat, man moege bitte zur naechsten Stadt abschleppen. Zusammen mit der Werkzeugkiste  gab es ein 8 meterlanges Stahlseil,welches angebracht wurde, und der Zuercher fuhr mit gutem Tempo zur naechsten Stadt und liess den Wagen auf dem naechsten Zeltplatz stehen. Besten Dank...der Louis schrieb sich die Nummer auf und zurueckgekommen, schaute in der "Bibel" nach, wer denn dieser nette Herr war.
Weiss der Tractionist, was es mit dieser "Bibel" hatte ? Damals standen alle Autobesitzer drinn.........
Also schnell einen Brief geschrieben und nochmals bestens gedankt, prompt kam auch die Antwort zurueck von Herrn X.Y aus XX, "es war mir eine Freunde, jungen Schweizern auf ihrer Ferienfahrt in Spanien zu helfen"...
Geschrieben auf gutem Papier mit eigenem privaten Briefkopf "en lettres anglaises"....dachte man sich, muss ein Chef gewesen sein, mit gutem Chevy....

Die Fahrt ging weiter dem Meer entlang nach Sueden, einige Strassen waren voller Schlagloecher, in Gibraltar angekommen, wollte man gerne hin, aber oha..da braucht man ein Visum, dazu hatten man kein Geld und keine Zeit.
So, langsam zurueck nach Madrid, dort wurde in einer Pension uebernachtet, wobei die Autos jeden Nacht auf einer anderen Strassenseite parkieren, was man nicht wusste, er wurde von der Polizei abgeschleppt, Busse bezahlt und die Losloesung nahmen einen ganzen Vormittag in Anspruch.
Obwohl der Hanspele keinen Fahrausweis hatte, fuhr er auch manchmal, als er dort in eine Einbahnstrasse fuhr, hielt ein Polizist den Wagen an und verlangte "el carnet de conducir, por favor". Mit todernster Miene zog der Hanspele sein Generalabonnement der BVB in Basel hervor, mit seiner Fotti und zeigte es dem Schugger, der auch mit todernster Miene nicht  erkennen wollte, dass er kein Wort verstand, und es zurueckgab und fragte, ob er nicht mitfahren koennte. Er klemmte  sich auf den Vordersitz, wo nur 2 Platz haben, und es wurde weitergefahren.
Dann aber kam der Moment, wo das Geld weg  war, der Hansueli hatte noch gtanze 100 Franken, die er Mitternachts im Hotel Ritz in Madrid gegen Peseten umtauschte, dann fuhr man zurueck ueber Burgos, San Sebastian, Besancon , St.Louis nach Basel.
Haben Sie was zu verzollen, fragte der Schweizerzoellner..nein, und glugg, gluggt, gaben die Weinflaschen von sich, die unter dem hinteren Sitz versteckt lagen.
Am 5. August hatte der Hanspele Geburtstag und durchlief am naechsten Tag die Fahrpruefung, die Feier der Arbeitskollegen hatte zur Folge, dass ihn der Louis heimfahren musste, weil er nicht mehr nuechtern war.
Damit war die Spanienfahrt zu Ende, aber die Caroline Chérie konnte ja noch bis Ende September gefahren werden.
Der Hansueli passte beim Anfahren nicht auf, hatte den Rueckwaertsgang eingeschaltet und fuhr prompt in den Kuehler eines Nachbars, also wieder Blechschaden, und der Berny streifte in Zuerich einen Wagen, damit waren 3 Blechschaden perfekt zu 850 Franken bei 280 Franken Versicherungspraemie. Der Versicherer, Freund vom Hanspele bei seinem Arbeitgeber, war natuerlich ueber dieses "Geschaeft" nicht sehr erfreut, und liess es per Telefon den Louis wissen, und ihm einiges am Telefon erzaehlte, was dieser nicht auf sich lassen wollte, auf sein Buero ging und mit ihm sprechen wollte, wobei aber die Sekretaerin erklaerte, er sei nicht anwesend, was auch sicher besser war. Zufaellig war Louis auch Pfadifuehrer und hatte seinen Sohn in seiner Gruppe gehabt.
Dann kam der Moment, wo alles vorbei war, die BS-Nummer abgegeben wurde, und die Caroline Cherie auf den Abbruch gefahren wurde, und der Hanspele nahm die Blumenvase und die Uhr mitsich, er hat sie heute noch und behielt auch die 70 Franken, die man ihm bezahlte.
Der Tractionist moechte noch gerne wissen, wann genau diese Fahrt stattfand...es war im Jahre 1956.
Die Geschichte mit dem alten Buick ist aber noch nicht fertig.
Die Lehrlinge durchliefen ihre Abschlusspruefung, dann kam fuer alle die Rekrutenschule und nachher hiess es, auf dem Beruf arbeiten. Spanien hat aber allen so gut gefallen, dass sie wieder dorthin fuhren, dem Louis ganz speziell, hat er doch nachher eine Spanierin geheiratet.
Die Zeit laeuft bekanntlich viel zu schnell, und aus den Vieren sind betagtere Herren geworden, nicht mehr so schlank wie damals, weisses oder schuetteres Haar, aber die Erinnerung an diese Spanienfahrt kommt immer wieder, und von Zeit zu Zeit trifft man sich, und stoesst auf dieses Abenteuer an.
Der Vater vom Louis erzaehlte ihm vor Jahren, er haette von einer Firma in der Schweiz Aktien gekauft, deren Kurs aber stark nach unten ging, und zeigte ihm den vergangenen Geschaeftsbericht, mit einer Photo des Praesidenten des Verwaltungsrates und CEO, und siehe da, es war der gleiche Herr, der damals die Caroline Cherie in Spanien abschleppte, worauf der Louis flugs ihm einen zweiten Brief schrieb, und ihn auf das damalige Abschleppen ansprach, worauf er auch antwortete..Er haette sich nicht mehr daran erinnern koennen, aber seine Kinder schon, und haetten sehr gelacht ueber den Brief...
Sodeli, jetzt ist aber die Geschichte mit dem Buick fertig, und die Nachfolgende, "Tausche Bugatti gegen Traction Avant", ist ja bekannt.